Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft

Wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft seiner Mitarbeiterin erfährt, muss einiges organisiert werden. Ein Thema ist auch der Abbau von „Resturlaub“ vor dem Mutterschutz. Doch wie genau verhält es sich mit dem Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft? Wir klären Dich auf!

Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft pixabay.com © xusenru (CC0 Public Domain)

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Was genau versteht man unter dem Mutterschutz?

Ist eine Frau schwanger, fällt sie automatisch in den gesetzlichen Mutterschutz. Dabei gibt es unterschiedliche Regelungen, um Mutter und Kind zu schützen. Im Rahmen des Mutterschutzgesetzes ist beispielsweise geregelt, dass die tägliche Arbeitszeit 8,5 Stunden nicht überschreiten darf. Außerdem gibt es zum Beispiel auch gesetzliche Regelungen über

  • Beschäftigungsverbote,
  • Kündigungsverbot,
  • Regelung von Mehrarbeit, Nachtarbeit und Arbeiten an Sonn- und Feiertagen.

Im Rahmen der Beschäftigungsverbote wird unter anderem das sogenannte „absolute Beschäftigungsverbot“ geregelt. Dabei unterstehen Schwangere 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Geburt einem ganz besonderen Schutz. In dieser Zeit gilt das Beschäftigungsverbot, was unter anderem auch die Beantwortung von geschäftlichen E-Mails und Telefonanrufen betrifft.

Wie verhält es sich mit dem Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft?

Auch während der Schwangerschaft besteht ein Urlaubsanspruch. Dieser betrifft zwar nicht den gesamten Jahresurlaub. Doch anteilig – entsprechend dem errechneten Geburtstermin vom Baby – steht dieser der werdenden Mutter zu. Dabei gilt außerdem, dass der Urlaubsanspruch, genau wie auch der Anspruch auf das Gehalt, bis zum Ende des Mutterschutzes besteht. Das heißt, die anteilige Berechnung greift in der Regel bis 8 Wochen nach der Geburt. Eine Ausnahme bildet die Geburt von Mehrlingen oder Frühgeburten (hier läuft der Mutterschutz bis 12 Wochen nach der Geburt).

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Wer die genauen Regelungen zum Zeitraum des Mutterschutzes nachlesen möchte, wird im Mutterschutzgesetz § 3 (Beschäftigungsverbot für werdende Mütter) und Mutterschutzgesetz § 6 (Beschäftigungsverbot nach der Entbindung) fündig.

Praxisbeispiel: Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft berechnen

Der Urlaubsanspruch lässt sich simpel über einen Dreisatz berechnen. Angenommen, der Jahresurlaub beträgt 30 Tage. Der errechnete Geburtstermin ist auf den 30.4. bescheinigt. Der Urlaubsanspruch im Mutterschutz lässt sich dann wie folgt berechnen:

  • 30 Urlaubstage ÷ 12 Monate = 2,5 Tage Urlaubsanspruch je Monat
  • 2,5 Tage Urlaubsanspruch je Monat × 6 Monate (bis 30.4. + 8 Wochen Mutterschutz) = 15 Tage Urlaubsanspruch in der Schwangerschaft

Abgekürzt sieht die Berechnung (anhand des oben stehenden Beispiels) so aus: 30 ÷ 12 × 6 = 15

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