Ernährung in der Schwangerschaft

Gerade die Ernährung in der Schwangerschaft kann die werdende Mutter verunsichern. Was ist erlaubt? Worauf soll man verzichten? Und womit schadet man womöglich sogar dem Baby?

Schwangerschaft Ratgeber

Warum ist eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Kaum eine Schwangere hat den Spruch „Du isst jetzt für zwei!“ noch nicht gehört. Das stimmt zwar. Aber das heißt nicht, dass man nun auch doppelt so viel wie sonst essen soll. Es heißt, dass man in der Schwangerschaft auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten sollte. Denn die Ernährung der Mutter wirkt sich auch auf die Entwicklung vom Kind im Mutterleib aus. Und das ist auch der Grund, weshalb viele Schwangere über die Ernährung in der Schwangerschaft verunsichert sind. Was ist alles gut für Mutter und Kind? Und was ist gesund und ausgewogen – aber in der Schwangerschaft trotzdem tabu?

Dos: Was ist gut für Mutter und Kind?

Viele Vitamine (also Obst und Gemüse), Kohlenhydrate, Fleisch und Fisch. Das ist die Empfehlung für eine ausgewogene Ernährung gehören genauso zu einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung in der Schwangerschaft wie zum Beispiel auch kalorienarme Getränke. In welchem Verhältnis man die gesunden Lebensmittel zu sich nehmen sollte und welche das sind, dazu hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine Ernährungspyramide mit Ampelprinzip erstellt. Hier können sich Schwangere genau informieren, was in welchen Mengen gut für sie und ihr Kind ist.

Eine konkrete Empfehlung für Lebensmittel in der Schwangerschaft ist zum Beispiel:

  • Gekochter, gedünsteter oder gebratener Fisch. Zum Beispiel Lachs, Hering, Sardinen, Makrelen und Heringe.
  • Gut durchgebratenes oder gekochtes Fleisch (well done).
  • Frisch zubereitetes Obst und Gemüse.
  • Getreideprodukte.
  • Fruchtsäfte, Wasser und ungesüßter Tee.

Dont´s: Worauf sollte man während der Schwangerschaft verzichten?

Gar nicht erlaubt in der Schwangerschaft ist der Konsum von Alkohol und Zigaretten. Denn beides kann der Entwicklung vom Baby erheblich schaden und zum Beispiel zu (teils schweren) Behinderungen und zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen.

Aber auch auf bestimmte Lebensmittel sollten Schwangere verzichten. Wegen Schadstoffen, die in verschiedenen Lebensmitteln enthalten sind und eine Gefahr für das Baby sein können, sollten Schwangere auf diese Lebensmittel verzichten:

  • Rohmilchprodukte und Käse aus pasteurisierter Milch. Zum Beispiel Gouda, Butterkäse, Brie, Gorgon­zola und Camembert.
  • Rohes Fleisch. Zum Beispiel Carpaccio.
  • Rohwurst. Zum Beispiel Räucherschinken oder Salami.
  • Roher Fisch. Zum Beispiel Sushi.
  • Bestimmte Fischsorten, die tendenziell mit Schwer­metallen und Quecksilber belastet sind. Zum Beispiel Thunfisch, Steinbeißer oder Schwertfisch.
  • Rohe Eier (und auch Gerichte die damit zubereitet werden. Zum Beispiel Tiramisu.

Auf zuckerhaltige Speisen und Getränke sollte man wenn möglich verzichten. Zwar ist es kein Problem, sich hin und wieder auch daran zu bedienen. Allerdings gilt hier: In Maßen, nicht in Massen. Denn zu viel Zucker (zum Beispiel in Fanta, Schokolade & Co.) kann zum Beispiel auch zu Schwangerschaftsdiabetes führen. Und diese kann nicht nur der Mutter, sondern auch dem Kind schaden.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Koffein. Gegen ein, zwei Tassen Kaffee am Tag sagt niemand etwas. Aber übertreiben sollte man es mit dem Konsum von Koffein nicht. Dazu gehören natürlich auch Getränke wie Schwarztee oder Cola. Bei Cola hingegen kommt zusätzlich der hohe Zuckergehalt hinzu, weshalb man sich Getränke wie Cola oder Spezi wirklich nur gelegentlich gönnen sollte.

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Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

Nicht alle wichtigen Nährstoffe kann der Körper rein durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft aufnehmen. Daher gibt es auch viele Nahrungsergänzungsmittel, die man während seiner Schwangerschaft zu sich nehmen kann. Aber nicht alle sind wirklich notwendig oder gut für Mutter und Kind. Eine konkrete Empfehlung ist Folsäure, die für die Entwicklung vom Baby im Mutterleib besonders wichtig ist. Ob und welche weiteren Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, sollte man allerdings immer mit dem zuständigen Arzt abstimmen und sich diese auch verschreiben lassen.

Ein gesunder Lifestyle als Ergänzung zur Ernährung in der Schwangerschaft

Damit sich die Mutter wohl fühlt und sich das Baby gut entwickelt gehört neben der gesunden Ernährung in der Schwangerschaft auch ein gesunder Lifestyle der Mutter dazu. Schwangere sollten versuchen, Stress zu vermeiden. Vor allem aber sollten sie auf ihren Körper hören. Ist man zum Beispiel müde oder fühlt man sich schlapp, sollte man sich auch ausruhen.

Auch Sport kann dabei helfen, dass man sich ausgeglichener fühlt. Außerdem kann man durch Sport in der Schwangerschaft zum Beispiel auch Rückenschmerzen vorbeugen oder reduzieren. Gut für die Bewegung sind zum Beispiel Programme wie

  • Schwangerschaftsyoga,
  • Schwangerschaftsgymnastik oder
  • Schwimmen.

Welche Programme, speziell für Schwangere, es in der Nähe gibt, kann oft die Krankenkasse beantworten. Auch, ob und welche Kosten die Kasse übernimmt.

Beratung und Unterstützung durch Arzt und Hebamme

Oft erhält man direkt bei der Feststellung der Schwangerschaft viele Infos vom Arzt mit an die Hand. Hier kann man zum Beispiel genau nachlesen

  • was sich zur Ernährung in der Schwangerschaft empfiehlt,
  • welche Vorsorgeleistungen angeboten sind oder
  • welche Sportarten in welchem Schwangerschaftsdrittel empfohlen sind. Beziehungsweise von welchen abgeraten wird.

Besteht trotzdem noch Unsicherheit gibt der Arzt natürlich auch Auskunft zu sämtlichen Fragen der Schwangerschaft. Neben dem Arzt sind aber auch (freie) Hebammen gute Anlaufstellen, um sich Infos rund um die Schwangerschaft zu holen.

 

Foto: pixabay.com © StockSnap (CC0 Creative Commons)

 

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