Wichtige Vertragsarten für Selbstständige

Wer die Selbstständigkeit anstrebt oder sich bereits mitten in der aufregenden Reise zum persönlichen „Self-Made-Erfolg“ befindet, sollte sich mit den unterschiedlichen Vertragsarten auskennen. Zwar gilt in Deutschland grundsätzlich die Vertragsfreiheit. Dennoch gibt es Verschiedenes zu beachten.

Auftakt zur Serie über wichtige Vertragsarten

Ein Vertrag bildet die Grundlage, um überhaupt ins Geschäft zu kommen! Das kann mündlich, schriftlich oder durch konkludentes (also schlüssiges) Handeln erfolgen. Wer auf der sicheren Seite stehen möchte, bevorzugt allerdings die schriftliche Vertragsform, denn damit wären im Worst-Case rechtliche Schritte leichter umzusetzen und durchzusetzen.

Bei den verschiedenen Vertragsarten gibt es allerdings auch wieder klare Unterschiede, Abgrenzungen und nützliche Dinge, die man über ihre Ausgestaltung wissen sollte. Mit primärem Bezug auf „Leistungen“ startet daher heute eine kleine Serie über Vertragsarten für Selbstständige – und für die, die es gerne werden möchten.

Verträge im echten Leben

Natürlich sind die unterschiedlichen Vertragsarten nicht nur für Selbstständige wichtig. Sie begegnen einem (ständig) im (Berufs-) Alltag

  • als Auftragnehmer genauso wie als Auftraggeber,
  • als gewerblichem oder privatem Kunden und in den verschiedenen
  • Berufszweigen,
  • Unternehmensmodellen oder
  • Funktionen im Unternehmen.

Wer sich zum Beispiel morgens beim Bäcker ein Brötchen kauft, schließt bereits seinen ersten (Kauf-) Vertrag des Tages. Aber … Moment – welche Vertragsarten unterscheiden wir hier jetzt?

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Gängige Vertragsarten für Selbstständige

Unabhängig von der Branche sind vermutlich Dienst-, Werk- und Kaufvertrag die gängisten Vertragsarten, die Selbstständige auf dem Schirm haben sollten. Diese gibt es in ihrer „reinen Form“, aber auch als abgewandelte Subformen (zum Beispiel als Beratungsvertrag). Um ein einheiltliches Verständnis zu bekommen, klären wir kurz die drei wesentlichen Vertragsarten:

  • Im Dienstvertrag schuldet der Auftragnehmer (gegen Bezahlung) eine vereinbarte Leistung.
  • Beim Werkvertrag schuldet der Auftragnehmer (gegen Bezahlung) einen konkreten Erfolg.
  • Im Kaufvertrag erwirbt der Käufer das Eigentum an einer Sache. Beim Leasingvertrag hingegen erlangt der Leasingnehmer üblicherweise lediglich die Nutzungsrechte an einer Sache.

Im Rahmen der Serie über die verschiedenen Vertragsarten kommt eine Einschränkung: Wir beziehen uns (vorerst) speziell auf das Thema der Leistungserbringung! Das heißt, dass (zunächst) keine Beiträge zu Kaufvertrag und Leasing folgen. Dafür gibt es ausführliche Beiträge – inklusive Beispiel – zu folgenden 4 Themen:

Vertragsarten - 4-teilige Beitragsserie

  1. Beim Dienstvertrag handelt es sich um die Vertragsart, die vermutlich den meisten aus dem echten Leben bekannt ist. Der Arbeitsvertrag, bei dem man (ganz klassisch) gegen die Erbrinungen von Leistung (meist Stunden) Geld bekommt, zählt zu den klassischen Dienstverträgen! Ein ähnliches System lässt sich natürlich auch auf Selbstständige beziehen, die beispielsweise auf Basis von (erbrachten) Stunden ihre Leistungen in Rechnung stellen. Hier ist aber Vorsicht geboten! Scheinselbstständigkeit oder „verdeckte Arbeitnehmerüberlassung“ sind hier beispielsweise Schlagworte, die mit größter Vorsicht zu genießen sind. An dieser Stelle gehen wir gar nicht genauer darauf ein, denn zum Dienstvertrag gibt es einen ganz eigenen Beitrag (über diesen Link auffindbar: Dienstvertrag), in dem die Details geklärt sind!
  2. Der Beratungsvertrag wird bereits spezieller. Hier kommt es konkret auf die Ausgestaltung an, wodurch seine Basis entweder ein Dienst- oder Werkvertrag sein kann! Was möglicherweise sinnvoll ist und worauf Selbstständige bei der Vertragsgestaltung achten sollten, ist über diesen Link aufrufbar: Beratungsvertrag).
  3. Auch beim Werkvertrag geht es in dieser Beitragsreihe um die vertragliche Gestaltung von Leistungserbringung, bei der allerdings keine Arbeitszeit (wie beim Dienstvertrag) geschuldet ist, sondern ein konkreter Werkerfolg vereinbart ist. Genau hier kommt auch der tragende Unterschied, der im „eigenen“ Blogbeitrag detailliert vorgestellt ist. Der Beitrag ist über diesen Link auffindbar: Werkvertrag.
  4. Die Arbeitnehmerüberlassung ist eine spezielle Vertragsart, die sich nicht einfach nach Lust und Laune aufsetzen lässt! Unternehmen benötigen eine offizielle Genehmigung zur Arbeitnehmerüberlassung, müssen sich an „scharfe“ Vorschriften halten – und können sich im schlimmsten Fall ordentlich auf die Nase setzen. Was sich alles hinter der Arbeitnehmerüberlassung verbirgt, was Recht und Gesetz dazu vorgeben und welche Beispiele zur Erklärung hilfreich sind, stellt der Beitrag vor, der über diesen Link online ist: Arbeitnehmerüberlassung.

 

Fotos: © Martina Brunow Fotografie

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