Bewerbungstipps [4]: Das Vorstellungsgespräch

Hat man die Hürde bei der Jobsuche gemeistert und ist man zum Vorstellungsgespräch eingeladen, sollten Jobkandidaten einige Tipps und Tricks beachten. Im letzten Teil der Serie „Bewerbungstipps“ folgen nun noch ein paar Hinweise, wie sich das Vorstellungsespräch erfolgreich meistern lässt …

Mitten im Vorstellungsgespräch …

Die Hände fangen an zu schwitzen und der Puls steigt. Sarah war schon eine Viertelstunde zu früh hier. Aber besser als zu spät. Sarah hat sich auf mehrere Stellen als Marketingassistentin beworben. Gleich mit der ersten Bewerbung hatte sie Glück. Ein mittelständisches Unternehmen aus der Nähe von Köln hat die 22-Jährige zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die erste Hürde ist also erfolgreich gemeistert. Würde sich zur Vorfreude doch bloß nicht der Kloß im Hals gesellen.

Vorbereitung ist (fast) alles – der Rest ergibt sich

Das Vorstellungsgespräch bietet die einmalige Chance, sich im rechten Licht zu präsentieren. Umso besser sollte man sich vorbereiten. Meist liegen zwischen Einladung und eigentlichem Termin mehrere Tage oder Wochen. Genug Zeit also. Wichtige Stationen der Vorbereitung sollten sein:

  • Dresscode – als Faustformel gilt, wenn man sich nicht sicher ist, lieber eine Spur zu konservativ als zu gewagt
  • Alles über das Unternehmen herausfinden (Firmenstandorte, Produkt-/Dienstleistungspalette, Führungskräfte, Konkurrenten, Mitarbeiteranzahl usw.) – Das Netz bietet eine Fülle von Informationen
  • Alles tun, um pünktlich zu sein (Fahrkarte rechtzeitig kaufen, Route planen)
  • Stärken-/Schwächen-Analyse erstellen
  • Antwort auf mögliche Standardfragen kennen

Das Vorstellungsgespräch meistern

In der Regel laufen Vorstellungsgespräche immer nach demselben Muster ab. Zuerst ein bisschen Smalltalk. Der Bewerber wird gefragt, wie die Anreise war und wie es ihm geht. Als Icebreaker. Meist werden dann die Gesprächsteilnehmer und das Unternehmen kurz vorgestellt.

Dann geht es ans Eingemachte, der Bewerber wird gebeten, sich kurz vorzustellen beziehungsweise etwas über sich zu erzählen. Danach werden Fragen gestellt. Oft die Fragen nach den Stärken und Schwächen, warum man meint, der richtige für die Position zu sein und wo man sich in fünf oder zehn Jahren sieht.

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Am Schluss hat dann der Bewerber die Möglichkeit, seinerseits Fragen zu stellen. Zum Beispiel nach Fortbildungsmöglichkeiten oder Aufstiegschancen. Auch die oft heikle Frage nach dem Gehalt wird hier geklärt. Zum Schluss wird vereinbart, wann sich wer wieder bei wem meldet und man verabschiedet sich. Puh, überstanden!

Unerlaubte Fragen im Vorstellungsgespräch – und wie man damit umgeht

Sind Sie schwanger? Leiden Sie an einer Behinderung? Wie steht es bei Ihnen mit dem Kinderwunsch? Waren Sie schon mal im Gefängnis? Haben Sie Schulden? Leider kommt es immer wieder vor, dass unzulässige Fragen gestellt werden. Das muss nicht immer beabsichtigt sein, passiert aber hin und wieder. Jetzt gilt es, auch diese Situation zu meistern. Bewerber sollten erst mal ganz ruhig bleiben und sich den Stress der Frage nicht anmerken lassen. Denn unerlaubte Fragen darf man auch ganz dreist mit einer (Not-)Lüge beantworten und darf hinterher nicht dafür belangt werden. Vielmehr muss der Personaler fürchten, juristische Probleme zu bekommen, denn das vor einigen Jahren in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz setzt hier klare Grenzen.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Jemand der im Gefängnis arbeiten möchte, sollte die Frage nach Vorstrafen wahrheitsgemäß beantworten. Und eine schlanke Schauspielerin, die für eine bestimmt Rolle (als Schlanke) engagiert wird, muss wahrheitsgemäß antworten, ob sie schwanger ist und die Rolle in ein paar Monaten womöglich nicht mehr spielen kann.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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