Social Media Eltern und was sie ausmacht

Sie posten zwar Fotos von sich, aber hauptsächlich von ihrem Nachwuchs auf „Teufel komm raus“. Eigener Blog, Twitter, Facebook, Instagram: Kein Medium bleibt von den Social Media Eltern verschont. Wir nehmen die Social Media Eltern hier genauer unter die Lupe.

Social Media Eltern pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)

pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain)

Was genau sind Social Media Eltern?

Oft sind die Kleinen der ganze Stolz der Social Media Eltern. Und im Gegensatz zu anderen Elterntypen, möchten die Social Media Eltern die ganze Welt an ihrem Glück teilhaben lassen. Perfekt dafür sind die sozialen Netzwerke. Und dank Smartphone & Co. lassen sich Fotos und Videos auch von unterwegs schnell hochladen und mit der Internetgemeinde teilen. Die Social Media Eltern nutzen hier einfach jede Gelegenheit aus dem Alltag: Den Besuch bei Freunden, auf dem Kinderspielplatz, im Freibad. Keine Gelegenheit bleibt für den berühmten Schnappschuss aus, der binnen Sekunden dann auch auf Facebook, Instagram & Co. erstrahlt.

Antrieb von Social Media Eltern

An sich ist es kein neues Phänomen. In Eltern-Kind-Gruppen oder im Freundeskreis brüsten sich Eltern laufend damit, was ihr Kind schon kann. Es kann schon greifen, krabbeln, lächeln, laufen. Und auch die Geschichten über den Nachwuchs sind oft Hauptthema Nummer eins, wenn sich Eltern treffen und austauschen. Was der kleine Fynn gemacht hat, wie die kleine Lena das Schuhe binden gelernt hat oder was der kleine Paul im Kindergarten gebastelt hat. Stolz erzählen ist die altmodische Variante. Apps und Netzwerke schaffen seit einigen Jahren einen ganz neuen Rahmen.

Die Social Media Eltern haben zwar den gleichen Antrieb wie alle anderen stolzen Eltern auch. Doch sie möchten ihre Geschichten und Erlebnisse nicht nur im Freundes- und Bekanntenkreis lassen. Sie möchten die Welt an ihren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen. Und hier kommen die Social Media Kanäle mit ins Spiel. Täglich versorgen sie ihre Follower und die restliche Internetgemeinde auf den verschiedensten Plattformen mit Fotos vom Kind – in allen erdenklichen Situationen und Posen.

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Kritik und Gefahren, die Social Media Eltern unterschätzen

Wer von sich selbst Fotos im Internet verbreitet macht das bewusst. Man entscheidet sich selbst dafür, welche Fotos im Internet kursieren sollen und auf welchen Plattformen sie für wen sichtbar sind. Kinder von Social Media Eltern treffen diese Entscheidung nicht selbst. Die Eltern entscheiden für sie. Hier kommt ein Kritikpunkt auf, der allerdings mehr eine moralische Fragestellung ist: Ist es okay, das Leben des Kindes in aller Öffentlichkeit breitzutreten? Wäre das Kind damit einverstanden, dass es halbnackt im Freibad posiert und die Bilder im Internet auftauchen?

Abhängig vom Alter des Kindes können die Fotos ganz neue Dimensionen annehmen. Nicht selten tauchen in den Social Media Kanälen auch Fotos von Mädchen auf, die an der Schwelle zum Teenie-Alter stehen. Stark geschminkt und in knappen Shorts. Das ist ein Extrem, das allerdings auch Eltern in die Social Media Kanäle einsteuern. Schließlich sieht die Tochter gut aus – und das müssen Social Media Eltern natürlich auch allen zeigen. Auch wenn es ängstlich klingen mag: Man weiß nicht, wer genau sich die Fotos der jungen angehenden Frauen ansieht. Bevor Social Media Eltern die Fotos von ihren Kindern posten sollten sie sich grundsätzlich fragen, ob sie ihr Kind so auch im Wirklichen Leben wildfremden Menschen präsentieren würden.

Social Media Eltern – gut oder schlecht?

Ob das Verhalten von Social Media Eltern gut oder schlecht ist, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Bei allen Aktionen im doch sehr anonymen Internet sollten sich Eltern allerdings bewusst sein, dass das Web auch für ihre Kinder Gefahren bergen kann. Wie auch im richtigen Leben sollten Social Media Eltern den Schutz ihres Kindes im Hinterkopf haben. Viele Mami Bloggerinnen posten zum Beispiel auch Bilder von ihren Kindern, lassen aber jederzeit das Gesicht auf dem Foto weg oder fotografieren so, dass man nur den Hinterkopf sieht. Ganz unterschätzen sollten Social Media Eltern die Achtsamkeit in sozialen Netzwerken nicht. Immerhin warnt auch die Polizei vor dem Posten von Fotos der Kinder im Netz.

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