Rechtsformen für Existenzgründer [3]: GmbH

Existenzgründer müssen sich zu Beginn viele Fragen stellen. Zu den wichtigsten Fragen gehört die nach der Rechtsform, mit der man als Unternehmen auftreten möchte. Während man bei verschiedenen Rechtsformen vollumfänglich haftet, gilt bei der GmbH die beschränkte Haftung mit dem Geschäftsvermögen. Um eine GmbH gründen zu können, gibt es allerdings verschiedene Punkte, die man beachten muss. Welche das sind, stellt dieser Beitrag vor.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die GmbH

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH, ist in Deutschland die mit Abstand am weitesten verbreitete Rechtsform. Der Hauptgrund dafür liegt in der Beschränkung der Haftung, wobei die Haftung nur auf das Gesellschaftsvermögen und nicht auf das Privatvermögen der Gesellschafter bezogen ist. Bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft.

Voraussetzungen für eine GmbH-Gründung

Man kann eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung allein oder mit mehreren Gesellschaftern gründen. In jedem Fall wird ein Gesellschaftsvertrag abgeschlossen. Benötigt wird ein Stammkapital von 25.000 Euro. Die Stammeinlagen der einzelnen Gesellschafter können dabei unterschiedlich hoch sein. Vor der Eintragung ins Handelsregister muss die Mindesteinlage von 12.500 Euro erbracht werden. Die häufigste Form der GmbH-Gründung geschieht als Bargründung, bei der das erforderliche Stammkapital eingezahlt wird. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Sachgründung. Im Gegensatz zur Bargründung ist die Sachgründung oft komplex. Die Sacheinlagen müssen genau beschrieben, monetär bewertet und im „Sachgründungsbericht“ aufgeführt werden.

Die GmbH im Überblick

Wie auch bei anderen Rechtsformen können GmbH‘s einen Fantasienamen haben, sich im Unternehmensnamen auf die Branche beziehen oder die Bezeichnung der ausgeübten Tätigkeit im Unternehmensnamen ausweisen. Allerdings muss das Unternehmen immer als Gesellschaft mit beschränkter Haftung gekennzeichnet sein und den Zusatz „GmbH“ oder „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ tragen. Außerdem sind folgende Dinge für die Gründung zu beachten:

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  • Anmeldung möglich durch: Juristische oder natürliche Personen
  • Anmeldung erforderlich bei: Finanzamt, Handelsregister, Gewerbeamt
  • Anzahl Gründer: 1 oder mehrere
  • Mindesteinlage / Kapital: 25.000 Euro
  • Gründungskosten: Mittel
  • Eintragung ins Handelsregister (erforderlich?): Ja
  • Haftung: Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen
  • Entscheidungen durch: Geschäftsführer, Gesellschafterversammlung (wenn vorhanden), es können Prokuristen bestimmt werden
  • Vertretung möglich: Ja

Infos und Besonderheiten zur GmbH

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung entsteht rechtlich erst mit der Eintragung in das Handelsregister. Als Besonderheit durchläuft sie, bevor sie sich also rechtskräftig auch so nennen darf, zwei Vorphasen:

  1. Vorgründungsgesellschaft:
    Diese entsteht bereits dann, wenn die Gesellschafter beschließen, eine GmbH zu gründen. Also bereits dann, wenn die Gesellschafter erst dabei sind, den Gesellschaftsvertrag auszuarbeiten und für die notarielle Beurkundung vorzubereiten. Rechtlich behandelt wird die GmbH in dieser Phase wie ein GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder manchmal sogar einer OHG (Offene Handelsgesellschaft), wenn der spätere Geschäftszweck hauptsächlich dem Handel dient. Das bedeutet aber auch, dass die Gesellschafter für jegliche geschäftlichen Handlungen, die sie vielleicht schon in dieser Phase vornehmen, mit ihrem Privatvermögen haften.
  2. GmbH in Gründung:
    Die „GmbH i. G.“ abgekürzte Bezeichnung löst die Vorgründungsgesellschaft ab. Diese Vorform der GmbH entsteht ab der Beurkundung des Gesellschaftsvertrages bis zur Eintragung in das Handelsregister. Man kann ab diesem Zeitpunkt seine geschäftliche Tätigkeit aufnehmen und ist in seiner Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Die Hauptaufgaben einer GmbH i. G. bestehen in der Einzahlung des Stammkapitals und der Anmeldung beim Handelsregister.

Warum die 1-€-GmbH nicht die beste Wahl ist

Wer die Grundlagen zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nicht erfüllt, muss den Kopf nicht in den Sand stecken. Verschiedene Möglichkeiten wie das Einzelunternehmen oder die OHG bieten Alternativen. Die 1-€-GmbH sollte allerdings gut überlegt sein. Hier müssen Existenzgründer nicht die geforderte Mindesteinlage zum Zeitpunkt der Gründung einbringen (das Kapital fließt über Rücklagen während dem laufenden Betrieb ein). Allerdings kann man als unattraktiver Partner für potenzielle Kunden gelten, denn: Wer beschränkt mit einer Einlage von zum Beispiel 1 Euro haftet, birgt Risiken. Als Startup fehlen oft noch Referenzen – und Zahlungssicherheiten im Falle von (unerwarteten) eintreffenden Risiken können nur schlecht durch Dritte eingeschätzt werden.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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