Rauchen aufhören: 3 Methoden im Vergleich

Ich wuchs in einem waschechten Raucherhaushalt auf. Seit Juni 2016 bin ich selbst „clean“ und darf mich Nichtraucherin nennen. Inzwischen kenne ich allerdings ganz unterschiedliche Methoden zum Rauchen aufhören. Welche das sind und wie ihre Erfolge waren, verrate ich hier!

Rauchen aufhören Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)

Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)

Die Raucher sterben aus

In den letzten Jahren habe ich in meinem Umfeld beobachtet, wie immer mehr Leute mit dem Rauchen aufhören. Die Raucher sterben also zunehmend aus. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich: Geld sparen, Gesundheit fördern oder schwanger werden sind Beispiele für den Wunsch, (endlich) mit dem Rauchen aufzuhören. Doch das ist oft leichter gesagt als getan. Ein Nichtraucher, der noch nie der Zigarette verfallen ist, kann das nicht nachvollziehen. Gut gemeinte Ratschläge und Tipps von Nichtrauchern helfen daher auch in der Regel kein Stück weiter. Was nahezu jedem Raucher klar ist: Wir sprechen hier von einer Sucht! Diese ist weder logisch, noch rational nachvollziehbar. Vernünftige Argumente prallen also am Raucher ab. Auch handelt es sich beim Rauchen nicht um eine rein körperliche Sucht. Schließlich soll bereits 20 Minuten nach der Zigarette das Nikotin wieder aus dem Körper verschwunden sein. „Kopfsache“ scheint also das Hauptproblem zu sein. Hat es aber erstmal „Klick“ gemacht, ist der Grundstein zum Rauchen aufhören gelegt. Doch wie gelingt das Rauchen aufhören?

Rauchen aufhören durch Selbstdisziplin

Tatsächlich kenne ich drei Leute, die das Rauchen aufhören realisierten, indem sie einfach die Zigaretten wegwarfen und aufhörten. Ohne Ratgeber, Selbsthilfegruppen oder Medikamente gelang ihnen der Absprung. Bei diesen drei Leuten waren die Hintergründe ganz unterschiedlich:

  1. Die Studentin: „Ich wusste am Ende vom Monat nicht mehr, wie ich mein Brot bezahlen soll“, erzählte sie mir, als sie erst wenige Tage Nichtraucherin war. Bei der Studentin war also tatsächlich das Geld der Grund zum Rauchen aufhören. Jahre später, nach Eintritt ins Berufsleben, griff sie übrigens wieder zur Zigarette. Heute ist sie wieder Raucherin – schließlich muss sie sich auch nicht mehr zwischen Essen und Zigarette entscheiden.
  2. Die Schwangere: Eine ungeplante Schwangerschaft führte bei ihr zum abrupten Aufhören mit dem Rauchen. Die Schwangere warf ihre angefangene Schachtel nach der frohen Botschaft in den Müll und war fortan Nichtraucherin. Jahre später, als die Tochter im Grundschulalter war, schlich sich bei der Schwangeren ein Ritual ein: Jedes Jahr raucht sie zu besonderen Anlässen ein, zwei Zigaretten. Seit einigen Jahren trifft man sie nun schon an Weihnachten, Silvester zu Geburtstagen oder anderen großen Feiern abends mit einer Zigarette an. Auch wenn es überschaubar ist – auch sie wurde wieder zur Raucherin.
  3. Der Wiederholungstäter: Er fing schon so oft wieder mit dem Rauchen an, dass ich den Überblick verloren habe. Seit Jahren ist er im ständigen Wechsel mal Raucher und mal Nichtraucher. Er hört immer aus eigener Kraft auf, fängt aber jedes Mal wieder mit dem Rauchen an. Für einige Wochen oder Monate raucht er gar nicht. Dann wieder eine halbe Schachtel bis Schachtel am Tag – ebenfalls für mehrere Wochen oder Monate. Immer wenn er mit dem Rauchen aufhört ist es für seine Frau (Nichtraucherin). Und wenn er wieder mit dem Rauchen anfängt ist es heimlich – bis sie ihn dabei erwischt.

Finger weg von Champix!

Mit dem Alter kommen oft auch die Wehwehchen und Gebrechen dazu. So auch im Fall von dem plötzlichen Herzpatienten, der mit dem Rauchen aus akuten gesundheitlichen Problemen aufhören sollte. Trotz Herzproblemen gestaltet sich bei ihm das Rauchen aufhören schwieriger als erhofft.

  • Zunächst versuchte er es mit Selbstdisziplin und aus eigener Kraft. Das half allerdings nicht.
  • Also las er „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr. Das half kurzfristig, doch er wurde schnell wieder Rückfällig.

Nach mehreren gelegten Stands und einer Bypass OP war klar, dass ihn weitere Zigaretten ins frühzeitige Grab bringen würden. Also Griff er auf ein drastisches – und letztes – Mittel zurück:

  • Die Rauchstopp-Pille Champix.

Tatsächlich gelang ihm mit der Pille der Weg zum Nichtraucher. Doch die Nebenwirkungen waren enorm – und der Herzpatient sagt heute selbst, er würde jedem davon dringend abraten. In einem Bericht vom Spiegel aus dem Jahr 2011 klärt ausführlich über die Nebenwirkungen von Champix auf. Der Herzpatient kann diese Nebenwirkungen teilweise bestätigen – genauso, wie sein gesamtes Umfeld. Anfangs hatte er sogenannte abnormale Träume. Verrückte Traume, die weder gefährlich noch gesundheitsschädlich sind. Sie sorgten lediglich für unruhige und teilweise schlaflose Nächte. Doch die Pille setzte ihre Wirkung fort. Der Herzpatient wurde zunehmend depressiv, verfiel in ein tiefes Loch, war aggressiv und kapselte sich von Familie und Freunden zunehmend ab. Die Welt war plötzlich schlecht. Bis zu den Suizidgedanken kam es zum Glück nicht. Davor konnte er die Pille (zum Glück) noch rechtzeitig absetzen. Ein gefährliches „Spiel“ war es dennoch und sollte nicht unüberlegt als Alternative zum Rauchen aufhören in Betracht gezogen werden.

Rauchen aufhören durch Neurasan

pixabay.com © frolicsomepl (CC0 Public Domain)

pixabay.com © frolicsomepl (CC0 Public Domain)

Anzeige

Mich eingeschlossen kenne ich außerdem drei Leute, die mit Neurasan das „Projekt Nichtraucher“ wagten. Dabei handelt es sich um eine Behandlungsmethode auf Basis von Homöopathie, Naturheilkunde und Innerer Medizin. Mit einer Spritze ins Ohr soll laut Neurasan immerhin 9 von 10 Patienten erfolgreich das Rauchen ausgetrieben werden.

Eine brach das Projekt nach wenigen Monaten ab, da sie unkontrolliert zunahm, obwohl sie teilweise nichts mehr aß. Ob die Entscheidung, erneut zur Zigarette zu greifen, tatsächlich an der Gewichtszunahme lag oder doch die Kopfsache war, bleibt vermutlich ein ungelöstes Geheimnis. Der zweite im Bunde war für über zwei Jahre Nichtraucher. Doch auch er griff wieder zur Zigarette und raucht heute genauso viel wie früher. Die dritte (das bin ich) raucht seit Juni 2016 nicht mehr. Aber ganz ehrlich: Ich würde nicht darauf wetten, dass das auch in ferner Zukunft so bleibt.

In einem anderen Beitrag berichte ich von meinen Erfahrungen mit Neurasan und kläre auf, warum ich überhaupt aufgehört habe – und weshalb ich mir nicht sicher bin, wieder mit dem Rauchen anzufangen.

 

Einmal Raucher, immer Raucher?!

Ich höre es immer wieder. Wer einmal Raucher war, bleibt es für den Rest seines Lebens. Das muss nicht unbedingt physisch sein – rein die Psyche reicht hier schon aus. Auch wenn man seit Jahren nicht mehr raucht kann es passieren, dass man überlegt, in der fröhlichen Runde einfach eine mit zu rauchen. Und hier kommt die Willensstärke mit ins Spiel. Alle die ich kenne, die nach erfolgreichem Nichtraucherprojekt wieder mit dem Rauchen anfingen, hörten gar nicht für sich selbst und aus Überzeugung mit dem Rauchen auf. Sie hörten auf für die Ehefrau, für das ungeborene Baby oder wegen dem Geld. Und sie fingen an, weil sie nicht nur daran dachten, in der fröhlichen Runde eine mit zu rauchen. Sie taten es auch. Es fing mit nur einer Zigarette an – und es schaukelte sich teilweise bis auf eine Schachtel am Tag hoch.

Wer also mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte sich über seine Hintergründe bewusst sein und aus Überzeugung ausschließlich für sich selbst mit dem Rauchen aufhören. Und wenn der kleine Feuerteufel auf der Schulter sitzt und ins Ohr flüstert „Eine macht doch nichts – greif ruhig zu!“ gilt es: Standhaft bleiben und nicht nachgeben!

No Comments

Leave a Comment