9 von 10 Befragten finden Mobbing gut!

Wirklich? Nein! Es ist ein unschöner Spruch, der das Verhältnis zwischen neun Mobbing Tätern und ihrem Opfer beschreibt. Und leider sind sich die Täter oft nicht bewusst, was sie ihrem Opfer antun. Doch was genau tun sie ihm eigentlich an?

Mobbing pixabay.com © Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)

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Auswirkungen von Mobbing

Mobbing ist die Bezeichnung für ein systematisches Fertigmachen anderer. Dabei greifen Mobbing Täter auf psychische oder physische Gewalt zurück. Beim Mobbing ist außerdem erkennbar, dass es sich hierbei oft um ein Phänomen der Gruppendynamik handelt. Das heißt, dass sich nicht selten eine Gruppe zusammenschließt, um einzelne Opfer (über einen längeren Zeitraum hinweg) auszugrenzen oder zu schikanieren. Feindseligkeiten wie ausgrenzen, beschimpfen, bloßstellen oder das Zerstören vom Eigentum des Opfers können zu drastischen Auswirkungen beim Mobbing Opfer führen. Das kann zum einen der Verlust von jeglichem Selbstbewusstsein sein. Zum anderen können sich die Auswirkungen zum Beispiel durch Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder häufige Krankmeldungen (zum Beispiel wegen tatsächlichen oder erfundenen Bauchschmerzen) äußern. Außerdem ziehen sich die Opfer meist zurück und sind vermehrt in sich gekehrt. Die heftigste Auswirkung von Mobbing ist jedoch zunächst der Gedanke an Suizid – und im schlimmsten Fall der versuchte und / oder vollzogene Selbstmord.

Woran erkenne ich ein Mobbing Opfer?

Ein Mobbing Opfer erkennen ist oft im ersten Moment nicht einfach. Das Opfer selbst erkennt des Status des Mobbings oft auch selbst erst viel zu spät. Das liegt unter anderem daran, dass es sich häufig um einen schleichenden Prozess handelt. Zunächst sind die Anfeindungen meist Kleinigkeiten und treten in größeren Abständen auf. Erst nach und nach werden die Attacken der Täter größer und häufiger. Da sich Opfer meist zurückziehen und sich selbst von sozialen Kontakten zunehmend mehr abgrenzen, sollte man zur Erkennung auf bestimmte Verhaltensweisen und Eigenschaften eines Mobbing Opfers achten. Ganz allgemein zählen zu den Erkennungsmerkmalen zählen:

Mobbing pixabay.com © Jedidja (CC0 Public Domain)

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  • Vermeidung des Ortes der Peinigungen (das können Schule oder Arbeitsplatz sein), zum Beispiel durch vermehrte Krankmeldungen oder durch „Schwänzen“.
  • Das Opfer wird durch die Täter vollständig ignoriert.
  • Über das Opfer kursieren zunehmend mehr negative Gerüchte.
  • Das Opfer wird systematisch aus verschiedenen Aktivitäten ausgegrenzt.
  • Die Täter sorgen mit physischer Gewalt für körperliche Verletzungen.
  • Das Mobbing Opfer nimmt auffällige Verhaltensweisen an (Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Angstzustände, depressives Verhalten, Leistungsrückgang, Konzentrationsschwäche, etc.).

Um ein Opfer zu erkennen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht alle (potenziellen) Erkennungsmerkmale stehen immer in Zusammenhang mit Mobbing. Auffälliges Verhalten kann durch ganz unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse hervorgerufen werden. Daher ist es auch besonders wichtig, sich mit dem vermeintlichen Opfer zu unterhalten. Um helfen zu können, muss man unbedingt als erstes die Ursache für die Änderung des Verhaltens klären!

Wie wehrt man sich gegen Mobbing Täter?

Ist man selbst in die Opferrolle geraten hilft es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Sicher ist es nicht leicht, sich gegen die Täter zu wehren. Doch gerade der Austausch mit einer Vertrauensperson ist jetzt besonders wichtig! Um sich selbst gegen die Täter zu schützen sollte man also

  • um Hilfe bitten (eine Vertrauensperson hinzuziehen die helfen kann).
  • Abstand zum Täter suchen und sich nicht provozieren lassen.
  • persönliche und private Dinge ausschließlich Vertrauenspersonen erzählen. So hält man die Angriffsfläche der Täter gering.
  • Tagebuch führen (und darin Mobbing-Angriffe dokumentieren: wer hat wann was getan).

Möchte man hingegen als Vertrauensperson des Opfers gegen die Täter vorgehen, sollte man unbedingt alle Hilfemaßnahmen mit dem Opfer zuvor besprechen, damit es durch die „Hilfsaktion“ nicht unerwartet noch extremer in das Visier der Täter gerät. Ein allgemeines Rezept gegen die Täter gibt es allerdings nicht. Hier kommt es auf die Umstände und die Situation an! während man bei Mobbing am Arbeitsplatz Kontakt zu Vorgesetzten und Betriebsrat aufnehmen sollte, sind es in der Schule Lehrer und die Schulleitung, die gemeinsam mit der Vertrauensperson und dem Opfer gegen die Täter vorgehen sollten. Handelt es sich bei den Attacken der Täter um körperliche Gewalt, sollte man – je nach „Härte“ auch rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass das Opfer während der Hilfsmaßnahmen vor den Tätern geschützt ist!

Warum gerade Mobbing in der Schule ein hochsensibles Thema ist

Dass Kinder grausam sein können ist kein Geheimnis. Und dass Mobbing in der Schule zur Tagesordnung gehört, ist leider auch häufig keine Seltenheit. Gerade in der Schulzeit lernen die Kinder und Jugendlichen, ihren Weg zu gehen und ihren Platz im Leben zu finden. Werden sie in dieser Zeit zu Mobbing Opfern, kann sie das massiv in ihrer Entwicklung prägen. Besonders gefährlich ist hier auch, dass Opfer ihren Tätern täglich auf engem Raum ausgesetzt sind. Und im Gegensatz zum Arbeitsplatz kann man dem Täter in der Schule nur schlecht mit einer „Kündigung“ drohen. Präventive Maßnahmen sollten daher im regulären Schulalltag integriert sein.

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