Manuskript einreichen: Tipps für Anschreiben & Exposé

Du hast ein Buch geschrieben der Ansicht, dass es bereit für die Öffentlichkeit ist? Dann folgt nun der schwierige Teil: Einen Verlag finden. Damit Du problemlos Dein Manuskript einreichen kannst, findest Du hier Tipps für das Manuskript, Anschreiben und Exposé.

Manuskript einreichen pixabay.com © lil_foot (CC0 Public Domain)

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Grundsätzliches zum Manuskript einreichen

Wer sein Manuskript bei Verlagen oder Agenturen einreichen möchte, hat seinen Schreibprozess erfolgreich beendet. Das heißt, man hat

  • einen vollständigen Inhalt,
  • das Korrektorat selbst oder über externe Hilfe abgeschlossen,
  • ein finales Lektorat umgesetzt (durch Eigeninitiative und / oder fremde Hilfe),
  • erste Reaktionen von Testlesern erhalten und
  • die finalen Änderungen vorgenommen, die durch Lektorat, Korrektorat und Feedback der Testleser relevant sind.

Dennoch ist das Manuskript an dieser Stelle häufig noch nicht druckreif und durchläuft, auch nach Abschluss eines Autorenvertrags, eine erneute Schleife durch Korrektorat und Lektorat. Doch das Manuskript sollte, trotz eines weiteren Korrektorats und Lektorats, hervorragend sein. Das Manuskript einreichen bedeutet nämlich: Wer hier ein von Rechtschreib- und Grammatikfehlern gespicktes Werk abliefert, hat nur wenig Erfolgsaussichten. Um die Chancen zu steigern, dass das Manuskript von den Verlagen und Agenturen gelesen wird, sollte man auch auf eine entsprechende Darstellung achten. Das heißt, die Einhaltung der Normseite ist für das Manuskript wichtig. Je nach Verlag können hier jedoch unterschiedliche Vorgaben bestehen, weshalb man sich je Verlag (und Agentur) über die gewünschten Formate vor der Manuskripteinsendung informieren sollte. Zusätzlich zum Manuskript gehören außerdem ein Anschreiben und ein Exposé zur Vollständigkeit der Unterlagen dazu.

Das Anschreiben

pixabay.com © Unsplash (CC0 Public Domain)

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Vergleichbar mit dem Bewerbungsverfahren um einen Job, gelten ähnliche Bedingungen für das Anschreiben beim Einreichen eines Manuskripts. Man möchte den Verlag oder die Agentur auf sich aufmerksam machen, das Werk vorstellen und – im Idealfall – einen Vertrag für die Veröffentlichung abschließen. Doch was gehört alles in das Anschreiben?

Das Anschreiben ist klassisch aufgebaut. Hier sollte man zunächst darauf eingehen, weshalb man sein Manuskript ausgerechnet bei Verlag X oder Agentur Y einreicht. Konkret heißt das, dass man sich auf das entsprechende Verlagsprogramm oder vertretene Künstler und Werke bezieht, die in dem Verlag oder der entsprechenden Agentur vertreten sind. Zusätzlich gehört in das Anschreiben auch eine knappe Inhaltsangabe über das Manuskript. Hier reichen allerdings ein bis zwei Sätze aus, da eine detaillierte Beschreibung im Exposé erfolgt. Was hingegen nicht fehlen sollte, ist die Nennung des Genres, in dem sich das Manuskript bewegt. So hat der Verlag / die Agentur alle wichtigen Daten im Überblick – und das erleichtert eine Entscheidungsfindung, ob das angebotene Manuskript in das Programm passt.

Nun fehlt noch die entscheidende Information: Aus welchem Grund sollte sich der Verlag oder die Agentur ausgerechnet für dieses Manuskript begeistern? Welche Besonderheiten hat es und welchen Nutzen kann der Verlag / die Agentur daraus ziehen (mögliche Erfolgschancen durch Marktrecherche). Selbstverständlich gehört rein formal in das vollständige Anschreiben auch die Anschrift des Empfängers und Absenders. Inklusive der Adressfelder sollte das Anschreiben, analog dem Bewerbungsschreiben eine DinA4 Seite nicht überschreiten. Kurz und knackig sollte das Anschreiben zum Manuskript einreichen also folgende Inhalte und Informationen enthalten:

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  • Alle Informationen auf einer DinA4 Seite
  • Warum ausgerechnet dieser Verlag / diese Agentur?
  • Bezug auf vertretene Werke schaffen
  • Kurze Beschreibung des Manuskripts (ein bis zwei Sätze zum Inhalt und Nennung des Genres)
  • Warum sollte sich der Verlag / die Agentur für dieses Manuskript begeistern?
  • Kontaktdaten hinterlegen

Das Exposé

Das Exposé kann vor dem Manuskript einreichen eine wahre Herausforderung für den Verfasser des Manuskripts darstellen. Hier sollte der Autor versuchen, einen externen Blick auf den Inhalt zu werfen, um sich nicht im Detail zu verlieren, da das Exposé in der Regel lediglich zwei bis drei Seiten umfassen sollte. Rein formal sollte das Exposé anfangs Angaben zu

  • Autor (Name),
  • Arbeitstitel,
  • Genre,
  • Zielgruppe und
  • Länge (Seiten, Wörter und Zeichen) enthalten.

In Kopf- und Fußzeile sollte man außerdem den Arbeitstitel des Manuskripts und die Kontaktdaten des Autors (Name, Wohnort, Telefonnummer und E-Mail Adresse) einfügen. Dies erleichtert den Verlagen / Agenturen später die konkrete Zuordnung zum Manuskript.

Allgemeines Schema für das ausführliche Exposé

Nach dem Überblick folgt die detaillierte Beschreibung. Auch hier sollten sich Autoren vorab beim entsprechenden Verlag oder bei der gewählten Agentur informieren, ob es konkrete Anforderungen an das Exposé gibt. Falls keine Vorgaben bestehen, kann man sich an folgendem Schema orientieren:

  1. Klappentext: In zwei bis wenigen Sätzen den Inhalt wiedergeben – und damit „Lust auf mehr“ machen.
  2. Inhalt: Eine vollständige Inhaltsbeschreibung des Manuskripts, wobei – im Gegensatz zur Rezension oder zum Klappentext auf einem Cover – auch das Ende verraten wird.
  3. Figuren: Einen Überblick mit Personenbeschreibungen zu den wichtigsten Figuren des Manuskripts geben.
  4. Besonderheiten: Auf Besonderheiten wie besondere Orte, ein spezieller Themenbezug, oder ähnliches eingehen.
  5. Vita: Eine Beschreibung des Autors liefern. Das sind Angaben zur Person, zum Werdegang und zu bereits veröffentlichten Werken.

Manuskript einreichen: Tipps im Überblick

pixabay.com © MariaGodfrida (CC0 Public Domain)

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Wer sein Manuskript einreichen möchte, sollte jederzeit auf konkrete Vorgaben der Verlage und Agenturen achten. Obwohl hier vereinzelt Unterschiede vorhanden sein können, ist das Grundschema von Manuskript, Anschreiben und Exposé in der Regel gleich:

  • Ein inhaltlich vollständiges Manuskript, inklusive abgeschlossenem (ersten) Korrektorat und Lektorat
  • Ein Anschreiben, das überzeugend darstellt, weshalb das Manuskript für den jeweiligen Verlag / die jeweilige Agentur geeignet ist
  • Ein Exposé mit einem kurzen Überblick und Angaben zu Inhalt, Figuren, Besonderheiten und einer Autoren Vita

Mit Geduld zum Erfolg

Das Manuskript einreichen ist der erste Schritt, um die Möglichkeiten für einen Erfolg zu schaffen. Dennoch folgt in der Regel nach der Einreichung zunächst das „lange Warten“. Häufig ist auch nicht der erste angeschriebene Verlag (beziehungsweise die erste Agentur) ein voller Erfolg, doch mit einem technisch und formal ausgefeilten Anschreiben und Exposé, kann man zumindest seine Chancen steigern. Außerdem ist beim Manuskript einreichen Geduld gefragt – und ein gutes Maß an Recherchefähigkeiten. Der geduldige Autor sollte Augen und Ohren für mögliche Verlage und Agenturen jederzeit offen halten und neue Möglichkeiten ergreifen, um sein Manuskript vorzustellen. Dass man von seinem Manuskript überzeugt ist, sollte allein schon die Tatsache zeigen, dass man sein Manuskript einreichen möchte. Daher sollten sich Autoren auch nicht von Absagen aufhalten lassen und geduldig weiter nach dem „passenden Partner“ suchen.

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