Lernen lernen, oder: Der sichere Weg zum Lernerfolg

Lernen lernen ist eine Kunst für sich. Während meinem berufsbegleitenden Studium habe ich meine eigene ideale Lernmethode nahezu perfektioniert. Hätte ich das alles nur schon früher gewusst … Meine Schulzeit wäre sicher nicht nur leichter, sondern auch stressfreier und erfolgreicher gewesen!

Lernen lernen pixabay.com © coyot (CC0 Public Domain)

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Schritt für Schritt das Lernen lernen

Jeder Mensch ist anders. Das gilt auch für das Lernverhalten und den Lerntyp! Wer das Lernen lernen möchte, sollte sich also zunächst darüber bewusst werden wie und mit welchen Methoden sich der beste Lernerfolg einstellt. Zugegeben: Das ist nicht ganz einfach. Denn das Ergebnis über den Lernerfolg liefert am Ende die benotete Arbeit. War das Vorgehen nicht ideal (oder sogar katastrophal), muss man dafür eine schlechte Note in Kauf nehmen. Doch dieser Rückschlag hilft auch beim Lernen lernen. Denn gerade aus negativen Ergebnissen lässt sich besonders nachhaltig lernen. Wichtig ist hier nur, dass man den gleichen Fehler beim Lernen nicht noch einmal begeht! Diese drei Schritte sind Beginn zum Lernen lernen und dafür, seine eigene ideale Lernmethode zu entwickeln. Es gilt also:

  1. Den eigenen Lerntyp kennen (-lernen)
  2. Das eigene Lernverhalten kennen (-lernen)
  3. Auch aus Fehlern lernen

Lerntyp und Lernverhalten kennenlernen

pixabay.com © Alexas_Fotos (CC0 Public Domain)

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Um den eigenen Lerntyp und das Lernverhalten kennzulernen gilt es zunächst, verschiedene Methoden und Herangehensweisen auszuprobieren. Beim Lernen gibt es grundsätzlich vier Möglichkeiten:

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  1. Auditives Lernen (hören)
  2. Visuelles Lernen (sehen)
  3. Kommunikatives Lernen (sprechen)
  4. Motorisches Lernen (fühlen)

Welche dieser Möglichkeiten zum besten Lernerfolg führt, hängt letztendlich vom Lerntyp ab und zeigt, wie man am besten lernt. Das Lernverhalten hingegen bezieht sich auf die Umsetzung des „WIE“. Das heißt, auf welche Art man die Möglichkeiten ausschöpft. Dazu zählt zum Beispiel auch, zu welchen Zeiten man lernt. Wann bleibt das gelernte am besten haften – morgens, mittags oder abends? Wie häufig frischt man sein Gelerntes auf oder gibt es auch feste „Lernzeiten“, die im Tages- / Wochenrythmus eingeplant sind?

Lerntechniken kennenlernen und anwenden

Kennt man erst seinen eigenen Lerntyp, kann man aus verschiedenen Lerntechniken die für sich am besten passendste finden. Dabei gibt es ganz verschiedene Ansätze, die sich während dem Lernen lernen ausprobieren lassen, zum Beispiel.

  • Spickzettel: Zwar nicht für die Klassenarbeit und Klausur geeignet, dafür aber umso besser zum Lernen sind Spickzettel! Oft als erster Schritt beim Lernen schreibt man sozusagen eine Zusammenfassung über den Lernstoff. Das sollten maximal 2/3 des tatsächlich zu lernenden Stoffs sein. Weniger ist natürlich immer besser. Und das lässt sich zum Beispiel gut durch eine Neufassung erzielen. Heißt: Die Zusammenfassung erneut kürzen, bis am Ende ein „echter Spickzettel“ entstanden ist. Beim Kürzen der Inhalte sollte man dann auf seinem Spickzettel all das weglassen, was man bereits während dem Lernen verinnerlicht hat und sofort aus dem Gedächtnis abrufen kann.
  • Mind Maps: Gliederungen und Stichworte machen das Mind Map aus. Daher bietet es sich unter den Lerntechniken meist erst an, wenn man zumindest bereits ein Grundwissen über den Lernstoff hat (zum Beispiel angeeignet durch den Spickzettel). Mit dem Mind Map lässt sich das Gelernte visuell gut darstellen, was bei der Wiederholung vom Lernstoff vor allem als Gedächtnisstütze dient.
  • Lernkärtchen: Hier kommt zum Beispiel auf die Vorderseite der Lernkarte eine Frage (oder Vokabel), auf Rückseite die Antwort (oder Übersetzung). Unter den Lerntechniken hilft dieses Prinzip vor allem bei der Selbstkontrolle über den Lernerfolg. Hat man eine Karte verinnerlicht, rückt sie im Kartenstapel nach hinten, um sie später zu wiederholen. Was man noch nicht kennt oder kann, liegt auf dem Kartenstapel oben. So kann sein Wissen clustern und behält den Überblick über seinen aktuellen „Lernstatus“.

Egal welche Lernmethode man anwendet: Das häufige Wiederholen des Lernstoffs ist besonders wichtig. So bleibt das Gelesene, Gesehene und / oder Gehörte besser im Gedaächtnis und schleicht sich kurz-, mittel- und langfristig als Lernerfolg ein.

Lernen lernen durch messbare Lernerfolge

Probiert man das Lernen lernen aus und erhält erst mit einer möglicherweise schlechten Note die Gewissheit, dass die angewendeten Lerntechniken nicht ideal waren, kann das zum Verlust der Motivation führen. Den Lernerfolg beim Lernen lernen kann man aber bereits vor der anstehenden Klassenarbeit / Klausur ermitteln. Dazu eignet sich zum Beispiel das „Ampelprinzip“. Hier zeigen die Farben Rot, Gelb und Grün, wie es um den aktuellen Status und damit um den Lernerfolg steht. Ein kleines Beispiel zeigt das Prinzip:

  • Englisch Vokabeln Unit 1: Grün (kann ich – ich kann alle Vokabeln aus Unit 1 übersetzen)
  • Unit 2: Gelb (kenne ich – ich kann viele Vokabeln aus Unit 2 übersetzen)
  • Unit 3: Rot (kenne und kann ich noch nicht – ich kann keine bis wenige Vokabeln aus Unit 3 übersetzen)

Die Unit 1 sollte man täglich kurz wiederholen, damit das Können (Grün) nicht wieder zum Kennen 8Gelb) wird. Bei Unit 2 sollte man die Vokalb kurz wiederholen, die man kann. Diejenigen die man kennt sollten verstärkt gelernt werden. Bei Unit 3 hingegen gilt es, bei „Null“ anzufangen und alle Vokabeln daraus zu lernen). Ziel beim Ampelprinzip ist es natürlich, dass am Ende, bis auf wenige Ausnahmen, die Themen vom Lernstoff Grün sind. Im Idealfall sind zumindest die meisten Themen Grün, wenige Gelb und keine Rot!

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