Latte-Macchiato-Mütter

Man trifft sie in Cafés und Bistros – und immer mit im Gepäck: Ihre Kinder. Die Latte-Macchiato-Mütter sitzen entspannt im Szene-Café und schlürfen an ihrem Latte, während die Kinder toben, schreien und spielen. Ihr Leben hat sich scheinbar nicht verändert.

Latte-Macchiato-Mütter pixabay.com © maitemara (CC0 Public Domain)

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Woher kommt der Begriff Latte-Macchiato-Mütter?

Der Begriff ist zwar nicht neu, der Lifestyle hält allerdings bereits seit ein paar Jahren an. Gemeint sind Mütter, die sich in Szene-Cafés verabreden, anstatt zu Hause die Kinder zu hüten. Bereits mit Säugling schlagen die Latte-Macchiato-Mütter im Café auf und bestellen sich – nach Definition – angesagte Kaffeegetränke. Hier kommt auch der Namensgeber her. Der Latte Macchiato gilt (damals wie heute) als trendige Variante zur langweiligen Tasse Kaffee.

Wo und wann trifft man Latte-Macchiato-Mütter?

Latte-Macchiato-Mütter pixabay.com © tookapic (CC0 Public Domain)

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Überwiegend trifft man den Elterntyp in urbanen Metropolen. Modebewusste Großstädter, die ihr Leben trotz Kind so weiterführen wie bisher, sollen ihre Kleinen auch mehr als Modeaccessoire ansehen, als ihren kleinen Liebling. Weshalb die Latte-Macchiato-Mütter nur selten im Dorf zu sehen sind liegt vermutlich daran, dass es in der Großstadt die angesagten Szene-Cafés gibt. Auf dem Dorf hingegen sucht man danach in der Regel vergebens.

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Die Latte-Macchiato-Mütter trifft man außerdem zu ganz unterschiedlichen Zeiten in den trendigen Cafés an. Beliebt sind allerdings Wochentage – am Vormittag oder frühen Nachmittag. Wenn die arbeitende Bevölkerung üblicherweise nicht im Café sitzt, treffen sich die Mütter. Sie haben ja Zeit. Zumindest mehr, als die Arbeitnehmer und Manager. Einzig die Schlafgewohnheiten vom Kind können die Uhrzeiten zum Kaffeeklatsch mit Freundinnen und anderen Müttern beeinflussen.

Kritik und Stimmen gegen Latte-Macchiato-Mütter

Rabenmutter, Tussi, verantwortungslos oder egoistisch sind Begriffe, die nicht selten mit einer Latte-Macchiato-Mutter in Verbindung gebracht werden. Immerhin schleifen die Trend-Mamis ihre Sprösslinge bereits im Säuglingsalter mit ins Café, um sich mit anderen Müttern zu treffen. Stillen in der Öffentlichkeit ist hier keine Seltenheit. Und Kleinkinder verwandeln das Café im Handumdrehen in einen großen Spielplatz. Je nach eigenen Werten und Moralvorstellungen, verurteilen außenstehende gerne die Latte-Macchiato-Mutter. Immer dann, wenn ihr Lifestyle nicht zum eigenen passt. Allerdings gilt das bei sämtlichen Elterntypen.

Ob die Vorwürfe gegen Latte-Macchiato-Mütter gerechtfertigt sind, entscheidet vermutlich immer der Einzelfall. Nicht jede Mutter, die mit Kind im Café sitzt, denkt nur an sich – ohne Rücksicht aufs Kind zu nehmen. Oft passen Mütter die Zeiten an die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Kinder an oder verbinden den Besuch im Szene-Café mit einem anschließenden Besuch auf dem Spielplatz. Was sich eine Latte-Macchiato-Mamas allerdings auf die Fahne schreiben sollten ist tatsächlich, dass die Bedürfnisse von Baby und Kleinkind nicht in den Wind geschossen werden sollten. Weniger wegen den bösen Blicken von genervten Gästen, sondern mehr wegen den Kindern selbst. Ein Café ist immerhin kein Spielplatz. Und Langeweile kommt hier auch gerne schnell auf.

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