Interview mit Joana Dörfler von Jocado

Joana Dörfler (32 Jahre) arbeitet als Dienstleisterin für Online Marketing- und SEO-Maßnahmen in München. Mit ihrem Einzelunternehmen Jocado gehört sie zu den Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Im Interview verrät sie, wie es dazu kam und was sie im Berufsalltag als Selbstständige erlebt.

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Über Joana und Jocado

Anjulie (Hochzeit, Familie & Kind): Erstmal vielen Dank für das Interview und dass Du uns Einblicke in Deinen Berufsalltag gibst! Du hast Linguistik studiert – war das auch der ausschlaggebende Grund für Deine Selbstständigkeit im Online Marketing?

Joana (Jocado): Klar denkt man nach. „Was kann ich denn aus diesem Studiengang machen?“ Eine Kommilitonin hat einmal zu mir gesagt: „Ich will nicht in irgendeinem Lektorat versauern.“ Das war der Punkt, an dem ich mir gedacht habe: Jetzt aber schleunigst Praxisbezüge herstellen! Und die habe ich im Online Marketing gefunden. Und glücklicherweise habe ich für meine Abschlussarbeit ein Thema gewählt, von welchem ich noch heute fasziniert bin.
Einer meiner Freunde hat – angesichts meines vermeintlich brotlosen Studiengangs – in meinen ersten Semestern noch gewitzelt „Einen Taxischein hast du aber schon“. Mit diesen Witzen hat er dann aufgehört, als ich ihm von meinen SEO-Aktivitäten erzählt habe.

Anjulie (Hochzeit, Familie & Kind): Du hast mir bereits verraten, dass Du von 2012 bis 2015 als Search Engine Evaluator selbständig tätig warst. Heute übst Du zwar noch immer Deine Selbstständigkeit aus, hast aber zusätzlich noch eine Beschäftigung in Teilzeit als Korrektorin in Festanstellung. Schlagen da zwei Herzen in Deiner Brust oder weshalb bist Du mit Korrektorat und Online Marketing doch recht vielfältig aufgestellt?

Joana (Jocado): Was ich mir während meiner Tätigkeit als Search Engine Evaluator immer wieder gedacht habe und mir auch heute noch häufig denke: Es gibt so viele Websites, die ein Korrektorat nötig hätten. (Doch leider wird das „Korrektorat für Website“ vor allem von den Leuten beauftragt, die es gar nicht nötig hätten.

Wie man in meinem Erfahrungsbericht über die Tätigkeit als Search Engine Evaluator in meinem Blog auch lesen kann, gab es Probleme mit der Krankenversicherung.

Mit meiner derzeitigen Festanstellung ist zumindest die Frage geklärt, wie man die Krankenkasse bezahlt. Denn als freiberuflich Tätiger mit einem nebenberuflichen Gewerbe hat man halt Einnahmen in schwankender Höhe. Und zu viel gezahlte Beiträge erhält man von der Krankenkasse nicht wieder zurück. Ich war bei meinen Prognosen auch immer recht vorsichtig und immer lieber ein bisschen zu pessimistisch.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Anjulie (Hochzeit, Familie & Kind): Wenn Du Dich an das Jahr 2012 erinnerst – wie hast Du Deinen Schritt in die Selbstständigkeit erlebt? Gab es Ängste und Sorgen oder überwiegte die Euphorie?

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Jocado

Joana (Jocado): Ich war damals aufgrund meines Freelancer-Vertrags mit einer US-Firma dazu gezwungen eine selbständige Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden. Es war am Anfang schon komisch für mich den Fragebogen des Finanzamts auszufüllen. Da ich, bevor ich an der BOS Wirtschaft die Allgemeine Hochschulreife nachholte, eine Berufsausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten abgeschlossen habe, bin ich – das ist eine Eigenheit von mir neben meiner Korrekturfreude – auf juristische Stolperfallen bedacht. Beim Angeben von Infos bei Behörden bin ich daher eher vorsichtig. Mein früherer Chef, also der Rechtsanwalt, hätte bestimmt bei dem Thema „Selbständigkeit im Internet“ die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Aber andere gehen diesen Schritt schließlich auch. Also warum soll man sich aus reinem Sicherheitsdenken den größten Spaß verkneifen.

Kurze Zeit nachdem ich die selbständige Tätigkeit beim Finanzamt angemeldet habe, holte ich mir einen Gewerbeschein, da ich Geld mit meinen Websites verdienen wollte. Ist auch irgendwie toll sein eigenes Gewerbe zu haben. Der Firmenname Jocado kam dann aber erst im Jahre 2013.

Anjulie (Hochzeit, Familie & Kind): Hast Du zum Abschluss noch einen Tipp für Frauen, denen der letzte Funke fehlt, um sich in die Selbstständigkeit zu wagen?

Joana (Jocado): Wenn ihr eine Idee habt und sie gut findet, dann nehmt sie ernst, bleibt dabei aber realistisch und checkt die Konkurrenzlage.
Schaut nach, ob es die jeweilige Domain schon gibt, denn die richtige Domain kann vieles erleichtern (SEO oder Etablierung einer eigenen Marke)! Viele Tipps findet ihr ja in meinem Blog, z. B. im zusammenfassenden Artikel Geld verdienen im Internet.

Sich selbständig zu machen bedeutet auf jeden Fall viele unbezahlte Überstunden:

Allein schon die Arbeit für die eigene Website, die man als Selbständiger meiner Meinung nach auf jeden Fall haben sollte, nimmt unzählige Stunden in Anspruch, wenn man es denn richtig machen will. Doch ist man so richtig in seinem Arbeitselan, vergeht die Zeit wie im Flug, und ihr habt jede Menge Spaß dabei, denn sein eigenes Business aufzubauen vermittelt ein ganz besonderes Gefühl, das man mit keinem anderen vergleichen kann.

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