Neuanfang im Job durch die innere Kündigung

Die innere Kündigung baut sich oft schleichend zur Barrikade auf. Als unüberbrückbares Hindernis versperrt sie letztendlich Mitarbeitern und Führungskräften gleichermaßen den Weg für eine (weitere) erfolgreiche Zusammenarbeit. Doch wer innerlich gekündigt hat, hat auch die Chance auf einen bahnbrechenden Neuanfang!

Innere Kündigung pixabay.com © Pok_Rie (CC0 Public Domain)

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Zahlen, Daten und Fakten über die innere Kündigung

Die Gallup-Studie stellt jährlich den Engagement Index vor. Aus der Studie lässt sich unter anderem ableiten, wie es in der Wirtschaft um die innere Kündigung bei Mitarbeitern steht. In ihrer Pressemitteilung zum Engagement Index 2015 veröffentlichte Gallup im März 2016 aussagekräftige Werte:

  • 16 Prozent der Mitarbeiter gehen ihrer Arbeit mit Leidenschaft nach
  • 68 Prozent der Mitarbeiter verfolgen lediglich das Prinzip „Dienst nach Vorschrift“
  • 16 Prozent der Mitarbeiter befinden sich bereits in der inneren Kündigung

Was sagen diese Zahlen, Daten und Fakten aus? Konkret zeigen die Ergebnisse der Studie, dass es auf dem Arbeitsmarkt um die Motivation von Mitarbeitern nicht gerade bestens bestellt ist. Motivierte Mitarbeiter, die mit Herz und Verstand zur Arbeit gehen, sind schließlich leistungsfähiger und tragen auch entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Der sogenannte „Dienst nach Vorschrift“ kann hier übrigens bereits die Vorstufe zur inneren Kündigung sein. Und nicht selten ist die innere Kündigung ein hausgemachtes Problem. Immerhin sollten die Führungskräfte selbst ausschlaggebende Gründe für die innere Kündigung bei ihren Mitarbeitern liefern.

Führungskräfte als Hauptgrund für die innere Kündigung

Weshlab Führungskräfte ausschlaggebend für die innere Kündigung bei ihren Mitarbeitern sind, ist kein verworrenes Phänomen. Als Führungskraft hat man nämlich genügend Stellhebel um die Mitarbeiter bei Laune zu halten oder zu vergraulen. Laut Gallup ist vor allem der Grund für die innere Kündigung der, dass die Mitarbeiter weder Perspektiven, noch Chancen in ihrem Unternehmen für sich sehen. Wird harte Arbeit nicht belohnt (zum Beispiel durch Gehaltsanpassungen, Bonus-Zahlungen oder höherwertigere Aufgaben), wandern die wichtigen Know How Träger auch gerne zur Konkurrenz ab. Solange die innerlich gekündigten Mitarbeiter jedoch noch im Unternehmen sind, gelten sie in der Regel als Low-Performer und Minderleister. Sie bringen in ihrer täglichen Arbeit schlicht nicht mehr die Leistung, die man von ihnen erwarten könnte. Durch die Schaffung neuer Perspektiven oder ein Überdenken des eigenen Führungsstils könnten Führungskräfte den Low-Performern und Minderleistern meist bereits schon neue Motivation geben und so zu Performern und High-Performern machen.

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Neue Perspektiven durch die innere Kündigung

Innere Kündigung pixabay.com © Pexels (CC0 Public Domain)

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Aus Unternehmenssicht gibt es an der inneren Kündigung sicher keine positiven Aspekte. Doch als Betroffener kann man aus der Situation auch durchaus Chancen wahrnehmen. So ist die innere Kündigung die oft bereits überschrittene Grenze, um endlich den Neuanfang im Job zu wagen.

  • Jobwechsel: Wer in einem größeren Unternehmen tätig ist, kann innerhalb des Unternehmens den Jobwechsel anstreben. Die internen Stellenausschreibungen bieten oft zahlreiche Möglichkeiten, um möglicherweise sogar dem Schritt in die Selbstverwirklichung näher zu kommen.
  • Unternehmenswechsel: Ist das Unternehmen kleiner ist der interne Jobwechsel oft schwierig. Unternehmenskultur und Führungsstil könnten hier weiterhin Gründe für eine Fortsetzung der inneren Kündigung sein. Daher macht die Überlegung für einen Wechsel des Unternehmens durchaus Sinn. Die wichtigste Frage auf der Suche nach einem neuen Unternehmen sollte dabei sein „Passen das Unternehmen, seine Produkte / Dienstleistungen und Unternehmenskultur zu mir?“
  • Neuanfang in der Selbstständigkeit: Ein weitaus größerer Schritt ist der Neuanfang in der Selbstständigkeit. Doch unmöglich ist dieser Schritt nicht. Sicher gehört eine gewisse Portion Mut dazu. Doch wem erst eine (Geschäfts-) Idee im Kopf umherspukt und diese mit Leidenschaft verfolgt, darf sich auch ruhig trauen. Für den Weg in die Selbstständigkeit gilt es zwar auch, einiges zu beachten, doch am Ende könnte sich dieser Schritt nicht nur beruflich, sondern auch persönlich lohnen!

Love it, change it or leave it!

„Love it, change it or leave it“ ist eine alte Weisheit, die gerade bei der inneren Kündigung voll und ganz zutrifft: „Liebe es, verändere es oder verlasse es“ kann man gut auf den Job und das Unternehmen beziehen. Wer innerlich gekündigt hat, liebt es meist nicht (mehr). Hier kann man versuchen, die Situation im bestehenden Job zu ändern oder einen Jobwechsel innerhalb des Unternehmens anzustreben. Gelingt dies auch nicht, bleibt noch der letzte Schritt, das Unternehmen zu verlassen. Doch egal wie man sich entscheidet: Aussitzen und darauf hoffen, dass alles von alleine besser wird, sollte keine Option sein. In den seltensten Fällen wird es nämlich besser. Stattdessen findet man sich tendenziell oft in einer verfahrenen Situation wieder, die den Zustand der inneren Kündigung verschlimmert.

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