Helikopter-Eltern und ihre Eigenschaften

Helikopter-Eltern sind überfürsorglich und schwirren – wie ein Helikopter – ständig um ihre Kinder herum, um sie vor allem Übel der Welt zu beschützen. Doch was heißt das genau? In diesem Beitrag nehmen wir die Spezies der Helikopter-Eltern genauer unter die Lupe.

Helikopter-Eltern pixabay.com © markus53 (CC0 Public Domain)

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Was genau sind Helikopter-Eltern?

Wikipedia liefert eine nette Definition zum Elterntyp Helikopter-Eltern. Demnach schwirren besorgte Eltern ständig um ihre Kinder herum, um sie zu schützen und zu überwachen. Die Definition geht allerdings noch weiter. Hier wird über den Erziehungsstil gesagt, dass es sich um eine Überbehütung handelt, die teilweise paranoid und zwanghaft ist.

Wie zeichnen sich Helikopter-Eltern aus?

Die Helikopter Mütter und Väter werden als übervorsichtig und überbesorgt beschrieben. Das zeichnet sich nicht nur in den ersten Lebensjahren vom Kind ab, sondern zieht sich gerne auch bis ins Erwachsenenalter des Nachwuchses ab. Zwar schwören frisch gebackene Eltern oft, ihr Kind vor allem Unheil der Welt zu beschützen. Doch die Helikopter-Eltern übertreiben es hier dann doch ganz gerne. Besonders häufig sieht man sie in sämtlichen Einrichtung rund um Erziehung und Bildung der Kleinen. Kindergarten, Schule, Ausbildung und Studium sind hier gleichermaßen als Brutstätte der Helikopter-Eltern vertreten. Entsprechend anstrengend ist der Elterntyp daher auch für Erzieher, Lehrer und Ausbilder. Immerhin mischen die überambitionierten Eltern ordentlich bei sämtlichen Fragen rund um ihren Spross mit. Dabei passiert es auch nicht selten, dass das Kind von von Helikopter Mama und Helikopter Papa selbstverständlich keine Schuld hat, wenn es Streit zwischen Kindern gibt.

Außerdem halten die Helikopter-Eltern die Erzieher und Lehrer im Elterngespräch für vollkommen gaga, sofern das Kind sich auffällig verhält, Nachhilfe benötigt oder „nur“ für die Realschule und nicht fürs Gymnasium empfohlen wird.

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Beispiele für Helikopter-Eltern

Helikopter-Eltern pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)

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  • Im Kindergarten: Der 4-jährige Paul ist ein echter kleiner Schläger-Paule und drangsaliert im Kindergarten die anderen Kinder. Schubsen, schlagen, Sachen wegnehmen – Tagesordnung für Paul, der ohne Rücksicht auf andere macht, was ihm gefällt. Verärgerte Eltern beschweren sich, die anderen Kinder weinen und die ErzieherInnen stehen am Rand der Verzweiflung. Das Elterngespräch bleibt natürlich nicht aus und Helikopter Mama und Helikopter Papa werden auf das nicht nur auffällige, sondern auch sehr unangenehme Verhalten von Paul angesprochen. Für die Helikopter-Eltern steht fest: Die anderen Kinder und Eltern lügen, denn „mein Paul macht sowas nicht!“ Statt erzieherische Maßnahmen oder Gespräche mit dem kleinen Paul zu ergreifen, werden die Helikopter-Eltern zur rasenden Furie und schützen ihren kleinen Liebling.
  • In der Schule: Lara ist eine gute Schülerin. Ihre Noten sind ordentlich, sie macht im Unterricht mit und hat viele Freunde in der Klasse. Für die Helikopter-Eltern steht fest: Ihre kleine Lara wird später Ärztin, Pädagogin oder Richterin. Dazu muss Lara allerdings auf das Gymnasium. Die kleine Lara ist zwar gut in der Schule, doch die Lehrer sehen ihr Potenzial auf der Realschule deutlich besser eingesetzt, als auf dem Gymnasium. Sie befürchten, dass Lara auf dem Gymi überfordert sein könnte und raten im Elterngespräch von der Wahl des Gymnasiums ab. Allen Ratschlägen zum Trotz geht Lara dennoch auf das Gymnasium. Schließlich soll sie ja später mal studieren. Dass Laras Leistungen abfallen und sie dem Unterricht nicht ganz folgen kann, hat dann für die Helikopter-Eltern natürlich auch nur einen Grund: Die Lehrer sind schlecht und mobben ihr Kind.
  • Im Studium: Frisch eingetreten ins Erwachsenenalter sind Studenten oft erstmals vollständig auf sich selbst gestellt. Sie kümmern sich um Formulare, Lehrmaterial, organisieren sich und ihr Studium und kümmern sich um den eigenen Haushalt. Nicht aber bei den Helikopter-Eltern. Hier nehmen die Eltern ihrem Kind alles ab, was zum Erwachsenwerden dazugehört. Ihr „kleiner Liebling“ soll sich schließlich voll und ganz auf das Studium konzentrieren. Und Hotel Mama hat ja auch noch lange nicht ausgedient.

Nur das Beste für das Kind

Nicht nur Helikopter-Eltern, auch andere Elterntypen möchten nur das Beste für ihr Kind. Im Gegensatz zu anderen Elterntypen übertreiben es die Helikopter Mütter und Väter allerdings gerne. Vielleicht blind vor Liebe – vielleicht aber auch einfach deshalb, um ihrem Kind ein Leben zu ermöglichen, das besser ist als das eigene, lehnen sich die Helikopter-Eltern nicht selten weit aus dem Fenster und stehen mit jedem auf Kriegsfuß, der ihren kleinen Liebling nicht als den „Nabel der Welt“ erkennt.

Selbstverständlich können Eltern ihre Kinder behüten und schützen. Doch auch hier greift der Spruch „in Maßen, nicht in Massen“. Schließlich soll das Kind auch irgendwann selbstständig sein und selbst im Stande, das eigene Leben auf die Reihe zu bekommen.

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