Hausriff Velidhu: Abtauchen in die prächtige Unterwasserwelt

Es ist ein Gefühl als würde man in eine fremde Welt, fernab von unserer, eindringen. Am Hausriff Velidhu tummeln sich Fische in allen erdenklichen Farben und Formen, die zwischen den Korallen ruhig ihre Runden ziehen. Lass es Dir hier zeigen!

Hausriff Velidhu

Hausriff Velidhu

Das Hausriff Velidhu und seine Unterwasserwelt

Im Jahr 2008 durfte ich sie kennenlernen, die prächtige Unterwasserwelt der Barfußinsel Velidhu im Nord Ari Atoll der Malediven. Dort konnte ich Stunde um Stunde verbringen und entdeckte jedem Schnorchelgang etwas für mich Neues und Faszinierendes! Doch man musste nicht zwingend bis zum Riff hinausschwimmen um die Unterwasserwelt Velidhus zu erkunden. Wer ins Meer waten möchte, muss die Augen aufhalten. Denn direkt am Strand liegen Rochen, die es sich unter der warmen Sonne am Strand gut gehen lassen. Auf diese sollte man natürlich nicht treten, sonst kann der Traumurlaub verfrüht enden. Neben Rochen fand man hier jedoch vor allem auch die kleinen Baby Riffhaie. Bevor sie groß und stark sind, wachsen sie im am geschützten Strand auf. Die zahlreichen kleinen Fische am Strand müssen sich vor ihnen in Acht nehmen, da auch die Baby Riffhaie bereits gute Jäger – und ständig auf der Suche nach Beute sind.

Hinweis: Menschen müssen sich vor den kleinen Haien nicht fürchten. Wir passen einfach nicht in ihr Beuteschema hinein. Allerdings gilt, dass man sich in der freien Natur aufhält. Reizen oder zur Jagd aufhetzen sollte man die Baby Riffhaie nicht. Denn wenn sich eines der Babys aus zum Beispiel aus Furcht oder zur Verteidigung in Arm oder Bein festbeißt, kann das sehr böse enden.

Gefahren am Hausriff Velidhu

Neben der ganzen Faszination und Begeisterung sollten sich Schnorchler vor der Erkundung vom Hausriff Velidhu über die Tücken des Indischen Ozeans vertraut machen. Neben den farbenprächtigen Fischen, die man stundenlang beobachten kann, gibt es im Indischen Ozean und am Hausriff Velidhu auch Bewohner, von denen man sich lieber fern halten sollte. Die Gefahren am Hausriff Velidhu sollen auf keinen Fall abschrecken und Angst beim Schnorcheln machen. Stattdessen sollen sie das Bewusstsein schärfen, dass man sich hier nicht im harmlosen Aquarium befindet, sondern in der freien Natur. Mit ein paar richtigen Verhaltensregeln sollte aber beim Schnorcheln am Hausriff Velidhu nichts schief gehen. Dazu ist es vor allem wichtig, die potenziellen Gefahren am Hausriff zu kennen:

Drückerfisch

Drückerfisch pixabay.com © Marcel (CC0 Public Domain)

pixabay.com © Marcel (CC0 Public Domain)

Der Drückerfisch ist an sich ganz harmlos und dreht gediegen seine Runden. Allerdings ist er – vor allem, wenn er seine Eier verteidigt – vor möglichen (Fress-) Feinden auf der Hut und alles andere als zimperlich mit ihnen. Schwimmt man in das Areal seines kreisförmigen Nests (seines Reviers) geht der Drückerfisch auf Verteidigung über. Er greift nicht sofort an, sondern spricht eine durchaus eindrucksvolle Warnung aus: Der Drückerfisch peilt seinen potenziellen Feind (auch Menschen / Schnorchler) an, schießt auf ihn zu, um kurz vor ihm abrupt abzubremsen. Bedrohlich schwimmt er dann seitlich an einem vorbei. Wenn diese Warnung kommt, ist „Rückzug“ angesagt. Bleibt man dennoch weiter im Revier des Drückerfischs, greift er tatsächlich an. Beißen und boxen ist an sich nicht lebensgefährlich, tut aber weh und kann im Worst-Case natürlich auch für den Schnorchler unschön ausgehen.

Ich selbst durfte übrigens auch schon vor einem Drückerfisch flüchten. Die Warnung verstand ich sofort und suchte instinktiv das Weite.

 

Muräne

Muräne pixabay.com © Marcel (CC0 Public Domain)

pixabay.com © Marcel (CC0 Public Domain)

Die Muräne sieht schon bereits sehr fies aus. Oft verbergen sich die „kleineren“ Exemplare in Riffspalten, wo sie auf ihre Beute warten. Gerade die kleinen Muränen gelten häufig als aggressiv – heißt: Sie greifen gerne an. Wer sich also dicht an Riffspalten aufhält, sich am Riff festhält oder auf Kuschelkurs gehen möchte, kann schnell zur vermeintlichen Nahrung der Muräne werden. Diese schnellt aus ihrer Spalte vor und schnappt abrupt zu. Einfach von ihr fern halten, nicht in Riffspalten grabbeln oder sich mit der Hand am Riff entlanghangeln – dann sollte auch nichts passieren.

 

 

 

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Haie

Riffhai

Riffhai am Hausriff Velidhu

Haie gibt es natürlich auch am Riff. Die Riffhaie leben als Babys vorzugsweise am Strand, da sie hier keine Fressfeinde und ausreichend Nahrung haben, um sich für die Tiefen des Ozeans zu stärken und in Ruhe heranzuwachsen. An sich sind die Riffhaie (auch im ausgewachsenen Zustand) keine Gefahr für Menschen. Sie meiden uns, da wir nicht in ihr Beuteschema passen. Klar ist aber, dass man aggressives Verhalten nicht heraufbeschwören sollte. Kommt man zum Beispiel auf die lustige Idee die Riffhaie zu füttern, lecken sie Blut und gehen auf Jagd. Schon die kleinen Tiere haben eine beinahe unglaubliche Kraft in Kiefer und Muskeln – und verbeißen sich damit hartnäckig im Köder. Da sollte man mit seinen Körperteilen nicht dazwischenkommen. Denn im Raubzug kann es den Riffhaien vollkommen schnuppe sein, das wir eigentlich nicht in ihr Beuteschema passen und sie eigentlich ordentlich Respekt vor uns haben.

Also gilt: Gucken ja, füttern, anfassen oder „aufhetzen“ nein!

Stechrochen

Stechrochen pixabay.com © Mariamichelle (CC0 Public Domain)

pixabay.com © Mariamichelle (CC0 Public Domain)

Stechrochen sind häufig im Indischen Ozean zu finden. Nicht nur am Riff, auch am flachen Strand treiben sich die Tiere gerne herum. Wie auch die Haie geht von den Rochen keine Gefahr aus. Der Stachel der Stechrochen ist allerdings giftig und sie nutzen ihn zur Verteidigung gegen Feinde. Wer beim Schnorcheln einem Stechrochen begegnet sollte daher einfach die Finger von ihm lassen und ihm nicht auf die Pelle rücken. Solange der Rochen nicht das Gefühl hat angegriffen zu werden und sich verteidigen zu müssen, sollte alles in Ordnung sein.

Ein Tipp noch: Am flachen Strand liegen die Rochen gerne herum. Für sie ist hier die Welt in Ordnung. Farblich sind sie schön an den sandigen Boden angepasst. Sicher erkennt man die grauen Umrisse auf weißem Grund, aber gucken sollte man auf jeden Fall, wo man auf dem Weg ins Meer hintritt. Denn auf den Rochen treten kann eine Verteidigungshaltung auslösen. Und ein versehentlicher Tritt direkt auf den Stachel ist ebenfalls eine ganz schlechte Idee. Also gilt: Nicht anfassen und auf dem Weg zu Fuß ins Meer immer erst schauen, was vor einem ist (beziehungsweise liegt).

 

Skorpionfisch und Steinfisch

pixabay.com © Archbob (CC0 Public Domain)

pixabay.com © Archbob (CC0 Public Domain)

Der Skorpionfisch und Steinfisch sind heimtückische Kerlchen, die sich hervorragend an ihre Umgebung anpassen. Daher sind sie auch kaum wahrnehmbar. Sie halten sich gerne am Meeresgrund auf oder lauern am Riff auf ihre Beute. Ein Stich vom Skorpionfisch ist wohl „nur“ schmerzhaft. Allerdings würde ich es nicht ausprobieren. Schließlich weiß man in der Regel vorher nicht, ob man gegen sein Gift zum Beispiel allergisch reagiert und entsprechend hohe körperliche Risiken davonträgt. Beim Steinfisch hingegen ist nach einem Stich eine schnelle Reaktion gefragt: Sie gehören zu den giftigsten Fischen im Meer. Vergiftungen durch den Steinfisch können übrigens sogar bis zum Tod führen.

 

 

 

Ein Blick über die Riffkante

Das Hausriff Velidhu war für mich das bisher schönste Riff, an dem ich schnorcheln durfte. Das Hausriff Velidhu erreicht man ganz leicht über den Steg oder per waten durch das Wasser. Kurz vorm Herzinfarkt stand ich nur, als ich einen Blick über die Riffkante warf. Ich streckte meinen Kopf hinüber und sah mich mit der Deep Blue Sea konfrontiert. Keine Ahnung warum, aber ich bekam eine Panikattacke mit Herzrasen und Ohrenflimmern und ruderte sofort panisch zurück ins sichere Hausriff Velidhu. Der Gedanke an die „Monster aus der Tiefe“, das Unbekannte und Uneinsehbare, waren für mich der blanke Horror. Andere finden das spannend und interessant – ich finde es abschreckend und furchteinflößend. Vermutlich weigere ich mich auch deshalb, das Tauchen auszuprobieren.

2 Comments

  • TravELE Juli 21, 2017 at 11:48 am

    Wir hatten auf unserer Malediven-Reise eine Begegnung der 3. Art mit einem Drückerfisch. Mein mann wurde fast in die Flosse gebissen und zu mir kam er plötzlich von links auf Kopfhöhe angeschossen. Zum Glück geben sie immer eine Warnung ab, bevor sie zubeißen, so dass wir wegschwimmen konnten. Das war am letzten Tag unserer Reise. Das werde ich nie vergessen wie plötzlich dieser Fisch von der Seite angeschossen kam. 😀
    https://traveleontour.wixsite.com/travele/single-post/Hallo-Malediven-Viel-mehr-als-nur-Strand

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    • Anjulie Juli 21, 2017 at 11:57 am

      Ich hatte immer die Befürchtung, dass ich einen Drückerfisch nicht erkenne … Pustekuchen – der schaut so fies, dass man ihn sofort erkennt 😀 Ich fühle also mit dir / euch – meine Begegnung mit dem Drückerfisch werde ich sicher auch nicht so schnell wieder vergessen 😉

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