Baby Boomer, X, Y und Z: Der Generationenwandel und seine Auswirkung auf Unternehmen

Lange Zeit galten die Generationen Baby-Boomer und X als die aktiven Akteure im beruflichen Geschehen. Genreration Y sorgte bereits für einen drastischen Wertewandel. Doch mit Generation Z, die zunehmend auf den Arbeitsmarkt drängt, steht Unternehmen die nächste große Herausforderung noch bevor. Doch was genau hat es mit dem Generationenwandel auf sich – wodurch zeichnen sich die Generationen aus, worin liegen die Unterschiede und welche Chancen und Gefahren können durch das Zusammentreffen der Generationen für Unternehmen aufkommen?

Generation Baby-Boomer, X, Y und Z

Um im Sprachgebrauch mit dem gleichen Verständnis unterwegs zu sein, hat die Soziologie eine Klassifizierung der Generationen vorgenommen:

  • Baby-Boomer sind die in der Nachkriegszeit geborenen Jahrgänge (Geburtenjahrgänge zwischen 1946 und 1964). Geprägt durch diese Zeit zeichnen sich die Baby-Boomer häufig durch Charaktereigenschaften wie Zukunftsgläubigkeit und Hoffnung aus. Im Berufsleben gilt die Generation Baby-Boomer außerdem als leistungsorientiert und strebsam, wobei für sie der Erfolg im Vordergrund steht und sie sich primär für ihr Unternehmen weiterbildet. Die Arbeit steht bei dieser Generation vor allen anderen Bedürfnissen.
  • Generation X sind die Geburtenjahrgänge, die nach den Baby-Boomern in die Gesellschaft eingetreten sind (Geburtenjahrgänge zwischen 1965 und 1976). Auch für die Generation X gilt die Arbeit als wichtiger Lebensmittelpunkt, wobei sie jedoch – im Gegensatz zu den Baby-Boomern – die Arbeit als Mittel zur Erfüllung materieller Wünsche ansehen. Sie gelten als ehrgeizig, ambitioniert und individualistisch, stellen die Arbeit jedoch nicht vor andere Bedürfnisse.
  • Generation Y ist die Nachfolgegeneration der Generation X (Geburtenjahrgänge zwischen 1977 und 1998). Sie kennzeichnen sich durch Eigenschaften wie die Ich-Bezogenheit, Affinität zur Technologie und durch die Ergreifung vieler unterschiedlicher Möglichkeiten. Im Berufsalltag unterscheidet sich die Generation Y stark von ihren Vorgängern. Für sie stehen der Sinn der Aufgaben und die Abwechslung im Beruf im Vordergrund. Trotz einem hohen Bedürfnis nach Selbstverwirklichung ist die Generation Y dennoch in der Lage, erfolgreich im Team zu agieren. Aufgrund des technologischen Fortschritts ist für die Generation Y eine Trennung zwischen Berufs- und Privatleben häufig kaum noch realisierbar – beides ergänzt sich zunehmend und stellt sich als Verbindung im Alltag dar. Das Streben nach der „Work-Life-Balance“ steht für die Generation Y im Vordergrund. Dank moderner Technik kann die Generation Y ihre Privatangelegenheiten während der Arbeitszeit regeln – dafür ist die Generation auch dazu bereit, berufliche Themen in der Freizeit zu bearbeiten.
  • Generation Z ist die in der Gesellschaft jüngste Generation, die in den Startlöchern für das Berufsleben steht (Geburtenjahrgänge seit circa 1995). Mit der Generation Z sehen sich Unternehmen mit einer ganz neuen Art an Mitarbeitern konfrontiert. In der Zeit der Informationsflut, Digitalisierung und Globalisierung aufgewachsen gilt die Generation Z als Individualisten und Einzelgänger. Im Vordergrund stehen ihre eigenen Ziele, wobei sie wenig Wert auf Teamgeist legen. In Sachen Bildung ist die Generation Z nur geringfügig bereit, Leistung zu zeigen. Die Ausnahme bildet das Vorankommen durch Bildung für persönliche Ziele und Projekte. Das oberste Ziel der Generation Z ist die Maximierung des eigenen Einkommens und der Lebenslust. Dementsprechend ist diese Generation auch nicht dazu bereit, Berufliches mit Privatem zu mischen.

Zusammentreffen der Generationen in Unternehmen

Während sich die einen aus dem Berufsleben allmählich zurückziehen, starten die anderen Generationen allmählich in den Unternehmen durch. Mit Charaktereigenschaften und Werten, die kaum unterschiedlicher sein könnten, sehen sich viele Unternehmen mit dem Generationenwandel vor einer großen Herausforderung. Die Führungskräfte, die sich derzeit in der Regel in den Generationen Baby-Boomer und X befinden (anteilig auch bereits in der Generation Y) sehen sich mit Mitarbeitern aus nahezu allen derzeitig vertretenen Generationen konfrontiert. Stellt man sich alleine das Zusammentreffen von Generation Baby-Boomer und Generation Y vor, so sind Konflikte häufig aufgrund unterschiedlicher Wertevorstellungen vorprogrammiert. Mit einer hohen Aufopferungsbereitschaft für das Unternehmen kann bei der Generation Baby-Boomer eine Verständnislosigkeit gegenüber der Generation Y bestehen, die über ein hohes Maß nach der Selbstverwirklichung strebt und innerhalb des Jobs viel Wert auf Sinn und Abwechslungen in den Aufgaben legt.

  Baby-Boomer Generation X Generation Y Generation Z
Jahrgang 1946 bis 1964 1965 bis 1976 1977 bis 1998 seit circa 1995
Charakter Leistungsorientiert Individualisten Ich-Bezogen Einzelgänger
Eigenschaften Strebsam, Arbeit steht vor allen anderen Bedürfnissen ehrgeizig, ambitioniert, Arbeit als Mittel zum Zweck Technologieaffin, Teamplayer, leistungsbereit Eigene Ziele im Vordergrund, wenig bildungsbereit
Primäres Ziel Erfolg Erfüllung materieller Wünsche Selbstverwirklichung Einkommen und Lebenslust

Chancen und Gefahren, die ein Umdenken nach sich ziehen

Bei der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Charaktereigenschaften und Wertevorstellungen der vier Generationen zeigen sich Reibungspunkte, die zwischen jeder Generation bestehen können. Die Herausforderung der Unternehmen liegt darin, sich über die Stärken und Schwächen der Generationen bewusst zu sein und diese für den Unternehmenserfolg zu nutzen. Ein erster Schritt kann bereits die Schaffung des Bewusstseins über die Unterschiede in den Charaktereigenschaften und Zielen der Generationen sein. Mit einem richtigen Umgang und einer empathischen Ausrichtung auf die Bedürfnisse, Ziele und Wünsche der Generationen können Unternehmen unterschiedliche Chancen durch den Generationenwandel nutzen, zum Beispiel:

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  • Erfolgssteigerung durch bedürfnis- und leistungsgerechte Arbeitsteilung.
  • Steigerung der Leistungsbereitschaft durch Beachtung und Umsetzung generationengerechter Motivatoren.
  • Schaffung einer lernenden Organisation durch Wissenstransfer bezüglich Arbeitsweisen zwischen den Generationen.

Gehen Unternehmen jedoch nicht oder nicht ausreichend auf den Generationenwandel ein, der zeitgleich einen Wertewandel mit sich bringt, können sich verschiedene Gefahren negativ auf den Unternehmenserfolg auswirken, zum Beispiel

  • hohe Fluktuation aufgrund von Unzufriedenheit durch Nichterfüllung generationenspezifischer Bedürfnisse.
  • geringe Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter aufgrund von Nichtbeachtung generationenspezifischer Wünsche und Bedürfnisse.
  • Schaffung eines schlechten Arbeitsklimas durch Nichtberücksichtigung von Differenzen und Konflikten zwischen den Generationen aufgrund unterschiedlicher Werte.

Mit der richtigen strategischen Ausrichtung klappt´s

Der Generationenwandel ist nicht im Kommen – er ist bereits seit Langem präsent. Durch die verstärkte Präsenz der Generation Y und das Nachrücken der Generation Z in den Unternehmen, stehen sich in naher Zukunft jedoch vier unterschiedliche Generationen mit teilweise massiven Differenzen bezüglich Charaktereigenschaften und Wertevorstellungen gegenüber. Auch wenn individuelle Unterschiede zwischen den Generationen bestehen, so können die Differenzen durch die Unternehmen jedoch zur Realisierung von Chancen genutzt werden. Eine Anpassung an den Generationenwandel – und den damit verbundenen Wertewandel – sollten Unternehmen daher in ihrer strategischen Ausrichtung berücksichtigen, um nicht den potenziellen Gefahren einer Missachtung des Wandels zu unterliegen.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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