Gehaltsunterschied zwischen Mann und Frau

Ein oft und lang diskutiertes Thema im Berufsleben ist bis heute der Gahaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Ist er wirklich vorhanden? Wenn ja, ist er dann nicht vielleicht sogar gerechtfertigt? Wenn nicht, wie kommt es dann, dass es ihn noch immer gibt, den Gehaltsunterschied, der zwischen Männern und Frauen im Job für ordentlich Konfliktpotenzial sorgen kann?

Gehaltsunterschied: Verdienen Männer noch immer mehr als Frauen?

Olaf ist ist Ende 30 und Managementberater in einer großen Unternehmensberatung. Lisa, ebenfalls Ende 30, arbeitet für das gleiche Unternehmen. Ebenfalls als Managementberater. Was unterscheidet die beiden? Ihr Gehalt! Traurig aber wahr: Männer in der gleichen Position verdienen immer noch rund 20 Prozent mehr als Frauen. Die prominenteste Studie hierzu stammt von der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2014.

Mit zunehmendem Alter klafft die Schere immer weiter auseinander

Besonders eklatant ist, dass die Kluft zwischen den Einkommen mit steigendem Lebensalter immer größer wird. Während der Gehaltsunterschied zwischen Frau und Mann in der Altersgruppe der 15-30-jährigen „nur“ rund 13 Prozent beträgt, verdienen Männer in der Altersgruppe der 36-40-jährigen bereits rund 19 Prozent mehr. Und zwischen dem 61. und dem 65. Lebensjahr verdienen Frauen im Schnitt über 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen. Laut der Studie gerieten Frauen durch eine Kombination von mehreren Faktoren ins Hintertreffen. Angefangen beim Einstieg in schlechter entlohnte Berufe bis zur Tatsache, dass Frauen einen Großteil der „Familienarbeit“ übernehmen.

Frauen wählen andere Berufe als Männer

Eine Erklärung für den Gehaltsunterschied ist darin zu finden, dass Frauen von Beginn an Berufe wählen, die nicht immer für eine steile Karriere mit den dazugehörigen finanziellen Auswirkungen geeignet ist. Denn nach wie vor wählen Frauen viele Studiengänge in den Bereiche Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, während ein Studium in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern noch immer Männerdomäne ist. Auch ein Lehramtsstudium wird eher von Frauen als von Männern gewählt. Das wirkt sich natürlich auf das gesamte Berufsleben aus – und kann eine Erklärung für den Gehaltsunterschied sein.

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Die Karrierewege von Frau laufen selten geradlinig

Ein weiterer Hinweis auf die unterschiedliche Bezahlung findet sich schon in der Karriereplanung. Die deutsche Familienpolitik ist von jeher darauf ausgelegt, dass Frauen für alles rund um die Familie zuständig sind. Und obwohl sich schon viel getan hat in Richtung Gleichberechtigung und Gleichstellung, ist dies eine mögliche Erklärung.
So gehen einige Experten davon aus, dass Frauen weniger Energie in karrierefördernde Vorhaben wie zum Beispiel Fortbildungen stecken. Weil Karrieren von Frauen familienbedingt ohnehin weniger geradlinig verlaufen und planbar sind.

Ist alles nur eine Verhandlungssache?

Zwar gibt es noch keine belastbaren Studien über das unterschiedliche Verhalten von Frauen und Männern in Gehaltsverhandlungen, aber auch hier könnte ein Fünkchen der Wahrheit liegen. Führende Experten aus verschiedenen Personalberatungen bestätigen, dass Frauen in Gehaltsverhandlungen oft schlechter abschneiden als Männer. Dabei werden Frauen jedoch wohl nicht absichtlich diskriminiert. Vielmehr ist die Ursache, dass Frauen in der Regel bei Gehaltsverhandlung bescheidener auftreten, was sich dann im Ergebnis widerspiegelt.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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