Führung & Stil: Der Führungsstil

Führung hat auch etwas mit Stil zu tun. Warum der Führungsstil für den Unternehmenserfolg wichtig ist, welche Arten man unterscheidet – und wie Dave und Linda ihren Chef ertragen, verrät dieser Beitrag.

Warum sich nicht jeder Führungsstil für jeden Mitarbeiter eignet

Es ist morgens, 08:15 Uhr und Dave und Linda sitzen im Büro. In der kleinen Spedition gibt es keine einzelnen Büroräume, nur behelfsmäßig abgetrennte Bereiche. Obwohl Dave und Linda ihre Kollegen nicht sehen können, ist die Veränderung spürbar. Die Gespräche werden leiser und jeder der kann, bedient sich noch schnell an der Gemeinschaftskaffeekanne, bevor es zu spät ist. Noch fünf Minuten, dann kommt er. „Er“, das ist der Chef. Und der Chef kommt immer um 08:20 Uhr. Immer! Pünktlich!

Und der Chef ist bekannt dafür, dass morgens um 08:20 Uhr mit ihm nicht gut Kirschen essen ist. Eigentlich ist mit ihm nie gut Kirschen essen, der Chef ist ein Choleriker und Pedant und behandelt seine Mitarbeiter entsprechend.

Es gibt fast so viele Führungsstil Modelle wie Führungskräfte selbst

Damit gehört „der Chef“ ganz sicher zur glücklicherweise immer weiter schrumpfenden Gruppe der Vorgesetzten, die einen autoritär-patriarchischen Führungsstil anwenden. Doch was für Führungsstile gibt es eigentlich? Tja, das kommt – wie so oft – ganz darauf an, wen man fragt. Das bekannte Führungsstilmodell nach Tannenbaum kennt zum Beispiel die Führungsstile

  • autoritär,
  • patriarchisch,
  • informierend,
  • beratend,
  • kooperativ,
  • partizipativ und
  • demokratisch

und unterscheidet darüber hinaus ziwschen dem Führungsstil mit der Willensbildung beim Vorgesetzten und dem Führungsstil mit der Willensbildung beim Mitarbeiter oder einer Gruppe. Dann gibt e noch die ganzen „Management by…“-Stile wie

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  • Management by objectives,
  • Management by results,
  • Management by delegation

und so weiter und so fort. Fehlt nur noch „Management bei Jeans – an allen wichtigen Stellen sitzen Nieten“.

Welcher Führungsstil ist am erfolgreichsten?

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Oder wie kommt das „Rasen-betreten-verboten-Schild“ mitten auf den Rasen? Genau, auch auf die Frage nach DEM Führungsstil gibt es nicht DIE Antwort. Alle Mitarbeiter sind verschieden und nur durch unterschiedliche Führungsstile zu motivieren.
Einen Anhaltspunkt kann eine Studie der Hay Group aus dem Jahr 2013 geben. Im Rahmen der Studie wurden weltweit 95.000 Führungskräfte aus mehr als 2.200 Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Es wurden sechs Führungsstile ermittelt, die die Mitarbeiter am meisten motiviert haben. Dazu zählen neben dem direktiven, dem visionären und dem den Zusammenhalt fördernden auch der partizipative, der coachende und der perfektionistische Führungsstil.

Der Mix macht’s

Die Studie zeigt aber insbesondere, dass kein Führungsstil für sich genommen wirklich erfolgreich ist. Ein gut durchdachter Mix der verschiedenen Führungsstile sorgt für ein gutes Betriebsklima – und das. wiederum hat Auswirkung auf das Unternehmensergebnis. Übrigens, Dave und Linda haben beide kurz nacheinander gekündigt und arbeiten jetzt bei unterschiedlichen Arbeitgebern, die andere Führungsstile pflegen. Auf Dauer wird niemand glücklich in einem Umfeld, in dem pure Angst herrscht. Selbst bei der Bundeswehr gibt es mittlerweile Kurse über kooperative Mitarbeiterführung.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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