Food Blog

Ist Foodporn etwas Versautes? Wir nehmen den Food Blog genauer unter die Lupe …

Da läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen! Wenn man sich durch Netz klickt und auf den einen oder anderen Food Blog stößt, präsentieren sich da die tollsten Gerichte in schillernden Farben. Texte, Fotos und Videos der Food Blogger inspirieren die Leser und regen zum Nachmachen an. Das wünscht sich der Blogger zumindest von seinem Food Blog. Aber geht das so einfach? Schauen wir uns den Food Blog dafür doch einfach mal genauer an …

Zum „Warm Up“ eine kleine Definition für den Food Blog

Der Food Blog ist keine neue Erfindung. Es gibt ihn schon länger. Allerdings nicht in der Online Version, sondern aus den klassischen Medien. Der Food Blog lässt sich nämlich auf den kulinarischen Journalismus zurückführen, den es bereits sein den 1950er Jahren gibt. Den kulinarischen Journalismus verbreiten meist ausgebildete Journalisten in den („klassischen“) Medien. Zwar sind Food Blogs auch teils von ausgebildeten Journalisten geführt oder befüllt. Allerdings kann der Food Blog auch das Blogbaby von einer Privatperson oder Teil der Marketingstrategie von einem Unternehmen sein. Aber egal, wer den Food Blog betreibt … Die Food Blogs haben in der Regel einiges gemeinsam. Mit Inhalten rund um Essen und Trinken, versorgen die Blogs ihre Leser zum Beispiel mit

  • Rezepten,
  • Restaurantkritiken,
  • Infos zur (gesunden) Ernährung oder
  • Erfahrungsberichte zu Produkten und Rezepten.

Wer nutzt den Food Blog wann, wie und für was?

Lassen wir mal die „kulinarischen Journalisten“ außen vor und konzentrieren uns auf die „privaten Blogger“ und die Unternehmen. Denn der Journalist kann beides sein (beziehungsweise für beide anderen Gruppen schreiben).

  • Private Blogger: Der private Blogger, also eine Privatperson, die ihren Food Blog gestartet hat, schreibt meist einfach nur aus Freude am Bloggen. Die einen betreiben ihren Blog als reines Hobby. Die anderen hingegen rutschen nach und nach in die zweite Gruppe, zu den Unternehmen. Denn mit so einem privat geführten Blog lässt sich auch Geld verdienen. Wenn er wirklich gut ist und die Unternehmen auf eine aufmerksam werden.
  • Unternehmen: Wenn ein Unternehmen einen (Corporate) Food Blog startet, hat das meist den Hintergrund, dass der Blog Teil des Marketings ist. Ein schönes Beispiel aus der Praxis ist Sanella. Die sind ja für ihre Pflanzenmargarine bekannt. Im Internet findet man aber auch ihren Blog mit Rezepten. Natürlich geht es da ums Backen. Und natürlich braucht man für die Rezepte Zutaten, die auch Sanella vertreibt. Werbung also für die eigenen Produkte auf dem eigenen Blog. Und das Ganze noch mit einem Zusatznutzen (Rezepte) für die Kunden.

Unternehmen nutzen aber nicht nur ihre eigenen Food Blogs wie in dem Sanella Beispiel. Sie gehen auch auf Food Blogger zu, um dort Werbung zu schalten. Durch Contentmarketing oder durch die Schaltung von Bannern. Das kann Sinn machen, wenn ein Unternehmen zum Beispiel Stabmixer verkauft. Auf dem Food Blog kann der Blogger zum Beispiel ein Rezept vorstellen, bei dem er den Stabmixer genutzt hat.

Hinweis: Aus rechtlichen Gründen sollte der Blogger diesen Beitrag (über den Stabmixer) als Werbung markieren, sofern er das Produkt (und / oder Geld) vom Unternehmen für seinen Blogbeitrag erhalten hat. Wenn eine Abmahnung kommt, kann es für den Blogger nämlich sonst teuer werden.

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Zur Sache: Was kann so einen Food Blog also ausmachen?

Im Beitrag über die Arten von Blogs habe ich schon geschrieben, dass es bei einem Blog (vermutlich) primär auf die Authentizität vom Blogger ankommt. Das gilt natürlich auch für den Food Blog. Hat man sein Konzept also ausgearbeitet und im Kopf, gibt es ein paar Dinge, die bei der Umsetzung beachten kann. Als Beispiel habe ich fünf Punkte herausgegriffen, die ich jetzt kurz vorstellen möchte:

  1. Weg vom Schreibtisch: Es gibt da so einen netten Begriff. Die Desktop-Recherche. Der Blogger vergräbt sich dabei für seine inhaltliche Recherche hinter dem Schreibtisch. Wenn es aber um authentische Texte geht, sollte der Blogger raus aufs Feld. Ins echte Leben. Und genau daraus berichten. Denn eigene Erfahrungen lassen sich meist besser darstellen als theoretisch angeeignetes Wissen.
  2. Auf die Zielgruppe eingehen: Schreibt man zum Beispiel für Profiköche, Hobbyköche oder für Hausfrauen? Entsprechend der Zielgruppe sollten die Texte ausfallen. Sonst kommen vermutlich die „falschen Leser“ auf den Blog. Und die halten sich dort dann vermutlich auch nicht besonders lange auf.
  3. Abgrenzung schaffen: Warum sollten sich die Leser ausgerechnet für diesen einen Food Blog interessieren? Was hebt ihn von den anderen ab? Genau das sollte sich in den Inhalten zeigen, ohne dass man dafür eine Erklärung braucht!
  4. Ehrlich bleiben: Schreibt ein Blogger zum Beispiel über Produkttests, sollte er in seinem „Urteil“ unbedingt ehrlich bleiben. Also das Produkt nur dann „in den Himmel loben“, wenn es auch wirklich gut ist. Lügt der Blogger seine Leser nämlich an, hat er vermutlich bald keine mehr!
  5. Das passende Medium nutzen: Wer seinen Blog bekannt machen möchte, kommt oft nicht drum rum, neben dem Blog noch andere Kanäle zu bespielen. Das sind zum Beispiel Facebook, YouTube oder Instagram. Welche Medien man für seinen Food Blog nutzt, kommt wieder auf die Zielgruppe und Inhalte an. Fotos sind zum Beispiel für Instagram, Videos für YouTube.

Und wie ist das jetzt mit „Foodporn“ – ist das etwas Versautes, oder nicht?

Ganz ruhig … Foodporn ist völlig harmlos! Der Begriff taucht vor allem gerne, versehen mit einem „Hashtag“ bei Twitter und Instagram auf. Zwar geht es bei Foodporn schon irgendwie um kleine Sauereien, wegen denen die kleinen Monster im Kleiderschrank die Klamotten enger nähen. Aber tatsächlich geht es mit Foodporn darum, Aufmerksamkeit zu erregen und seine Zielgruppe anzusprechen. Denn zum Beispiel ist ein auf Instagram mit #Foodporn versehenes Foto nichts anderes als das Foto einer Leckerei. Meist natürlich hübsch in Szene gesetzt. So dass einem beim bloßen Anblick schon das Wasser im Mund zusammenläuft.

 

Foto: pixabay.com © Sponchia (CC0 Creative Commons)

 

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