Rechtsformen für Existenzgründer [1]: Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen können Nichtkaufleute und Kleingewerbebetreibende als Rechtsform wählen. Darunter fallen neben dem Kleingewerbe auch die sogenannten „freien Berufe“. Nach § 18, Abs. 1 EStG zählen dazu zum Beispiel Notare, Architekten, Steuerberater, Journalisten, Übersetzer oder Rechtsanwälte und Ärzte. Diese (und weitere) definierten Berufsgruppen benötigen keine Gewerbeanmeldung. Sie weisen Ihre Einnahmen in der Einkommensteuererklärung als „Einkünfte aus selbstständiger Arbeit“ aus.

Wissenswertes zum Einzelunternehmen

Um als Einzelunternehmen zu gelten, bedarf es lediglich der Anmeldung beim Finanzamt. Als Freiberufler ist die UmsatzsteuerID für die Gründung zwar nicht zwingend erforderlich. Doch aus Datenschutzgründen sollten auch Einzelunternehmen, neben der persönlichen Steuernummer, eine separate UStID beim zuständigen Finanzamt beantragen. Das kann zeitgleich bereits im Formular zur Anmeldung des Unternehmens erfolgen. Die Gründung kann durch nur eine Person erfolgen. Eine vorgeschriebene Mindesteinlage / ein definiertes Kapital ist hier nicht vorgegeben. Da beim Einzelunternehmen weder die Eintragung in das Handelsregister (HR) benötigt wird, noch eine notarielle Beurkundung erforderlich ist, sind die Gründungskosten gering. Die Haftung liegt beim Inhaber voll umfänglich und unbeschränkt (mit dessen Privat- und Geschäftsvermögen). Außerdem hat ausschließlich der Inhaber eine Entscheidungsbefugnis über seine Rechtsgeschäfte. Eine Vertretung, wie einen Prokurist, kann er nicht benennen.

Das Einzelunternehmen im Überblick

  • Anmeldung möglich durch: Nichtkaufleute und Kleingewerbebetreibende
  • Anmeldung erforderlich bei: Finanzamt (Kleingewerbebetreibende nehmen hier die Gewerbeanmeldung vor)
  • Anzahl Gründer: 1
  • Mindesteinlage / Kapital: Nicht vorgeschrieben
  • Gründungskosten: Gering
  • Eintragung ins Handelsregister (erforderlich?): Nein
  • Haftung: Privat- und Geschäftsvermögen (unbeschränkte / volle Haftung)
  • Entscheidungen durch: Inhaber
  • Vertretung möglich: Nein

 

Wie auch bei anderen Rechtsformen können Einzelunternehmen einen Fantasienamen haben, sich im Unternehmensnamen auf die Branche beziehen oder die Bezeichnung der ausgeübten Tätigkeit im Unternehmensnamen ausweisen. Allerdings muss man zusätzlich zum gewählten Unternehmensnamen den eigenen Vor- und Nachname mit aufführen.

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Infos und Besonderheiten zum Kleinunternehmen

Bei der Anmeldung des Einzelunternehmens beim Finanzamt besteht die Möglichkeit, ein Kleingewerbe anzumelden. Je nach aktueller Rechtslage greift die Kleinunternehmerregelung, sofern im ersten Jahr (durchschnittlich) die Umsatzsumme von derzeit 17.500 EUR nicht überschritten wird. Der besondere Vorteil daran ist, dass Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer („Mehrwertsteuer“) berechnen und ausweisen müssen. Dies erleichtert die Buchhaltung im Unternehmen, da sowohl die Vorsteueranmeldung, als auch die Abführung der Umsatzsteuer nicht notwendig sind. Ist das Kleinunternehmen beantragt und genehmigt, gehört allerdings aus steuerrechtlichen Gründen auch der Zusatz „Nach § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet“ mit auf die Rechnung.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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