Budgetierung – Budget planen im Unternehmen

Die Budgetierung nehmen in der Regel sämtliche Unternehmen vor. Unabhängig von ihrer Größe nutzen Unternehmen die Budgetierung zum Beispiel um Kostenziele zu erreichen oder um ihr benötigtes Fremdkapital zu ermitteln. Was genau sich dahinter verbirgt und welche Budgetierungsmethoden sich voneinander abgrenzen, stellt dieser Beitrag vor.

Definition und Formen der Budgetierung

Die Budgetierung zielt darauf ab, das Budget für das Unternehmen festzulegen. Das Budget selbst ist in der Regel kurzfristig (ein Jahr) ausgelegt und Teil der operativen Unternehmenssteuerung. Ganz grob lässt sich die Budgetierung in drei Modelle einteilen:

  1. Klassische Budgetierung
  2. Better Budgeting
  3. Beyond Budgeting

Mithilfe dieser Modelle können Unternehmen ihr Budget planen, steuern und überwachen.

Die klassiche Budgetierung im Überblick

Die klassische Budgetierung charakterisiert sich durch vier Formen:

  1. die Bottom Up-Methode (Budgetplanung auf unterer Hierarchieebene)
  2. die Top Down-Methode (Budgetplanung auf oberer Hierarchieebene)
  3. das Gegenstromverfahren (eine Kombination aus Bottom Up und Top Down)
  4. die Fortschreibungsmethode (Übernahme des Budgets vom Vorjahr auf das Folgejahr)

In der Praxis wird oft das Gegenstromverfahren genutzt, wobei zunächst die Bottom Up-Methode erfolgt und in der Top Down-Methode endet.

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Das Better Budgeting

Im Better Budgeting lassen sich zwei Formen voneinander unterscheiden:

  1. Das Zero-Base-Budgeting verfolgt das klare Ziel der Kostenminimierung. Im Rahmen des Verfahrens führt das Unternehmen eine Bewertung seiner anstehenden (Einzel-) Tätigkeiten auf. Mithilfe eines Rankings entscheidet das Management, für welche Tätigkeiten finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen.
  2. Das Activity-Based-Budgeting untergliedert die Tätigkeiten im Unternehmen nach primären und Sekundären Tätigkeiten. Primäre Tätigkeiten gelten dabei als wertschaffend und sind in der Regel das Kerngeschäft des Unternehmens – und damit unverzichtbar. Bei den sekundären Tätigkeiten handelt es sich um Teilbereiche, die zur Herstellung der primären Tätigkeiten benötigt werden. Im Rahmen des Activity-Based-Budgeting werden die sekundären Tätigkeiten weiter untergliedert in unterstützende und nicht unterstützende Tätigkeiten. Fallen Einzeltätigkeiten in die nicht unterstützenden, werden für diese keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.

Das Beyond Budgeting

In der Regel erfolgt, nach dem Budget planen, eine unveränderbare Festsetzung des Budgets. Mit einem Soll-Ist-Vergleichs wird anhand der Budgetierung unterjährig gemessen, ob das Budget eingehalten wird. Bei drohenden (massiven) Abweichungen werden entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Mit dem Jahresabschluss wird im letzten Schritt gemessen, ob und mit welcher Abweichung das geplante Budget eingehalten wurde. Im Rahmen des Beyond Budgeting wurde auf Wunsch des Managements nach einer neuen Lösung gesucht. Weg vom Soll-Ist-Vergleich und hin zum Ist-Ist-Vergleich ist der Lösungsansatz! Das heißt, dass die Budgetierung auf Basis fortlaufender und realer Kundenanforderungen und Kundenwünsche erfolgt. Das Budget kann dabei nach realem Bedarf auch unterjährig geändert werden.

Kostenrechnung als Teildisziplin der Budgetierung

Wer sein Budget planen möchte, sollte der Kostenrechnung besondere Aufmerksamkeit schenken. Wer eine schlanke Struktur für Kostenarten, Kostenträger und Kostenstelle aufstellt, kann sein Budget planen, überwachen und steuern. Unabhängig von der Budgetierungsmethode können standardisierte Reports und Analysen zur Steigerung von Effektivität und Effizienz beitragen. Potenziale zur Kostensenkung können Unternehmen so leichter erkennen und realisieren.

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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