Beratungsvertrag

Vertragsarten: Der Beratungsvertrag (Definition & Beispiele)

Angebote schreiben und annehmen ist im Berufsalltag oft ständiger Begleiter. Damit schließen Auftragnehmer und Auftraggeber einen Vertrag miteinander. Verschiedene Vertragsarten liefern unterschiedliche Vor- und Nachteile für beide Vertragspartner. Der Beratungsvertrag ist eine spezielle Form unter den Dienstleistungsverträgen und lässt sich sowohl als Werkvertrag (§ 631 BGB) aber auch als Dienstvertrag (§ 611 BGB) schließen.

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Der Beratungsvertrag als Basis für Beratungsleistungen

Auch wer einen Beratungsvertrag schließt haftet als Auftragnehmer bei Schäden, die dem Auftraggeber aufgrund der (mangelhaften) Beratung entstanden sind. Daher sollte sowohl für den Auftragnehmer, als auch für den Auftraggeber eine sorgfältige Detaillierung des Beratungsvertrags im Vordergrund stehen! Da man im Werkvertrag den Erfolg schuldet (und im Dienstvertrag die Leistung selbst), bietet sich für Beratungsverträge die Schließung eines Werkvertrags an. In Deutschland herrscht die Vertragsfreiheit. Daher kann natürlich auch ein Dienstvertrag für Beratungsleistungen erfolgen. Allerdings können bei diesem höhere Risiken und Schäden eintreten. Der Grund dafür ist simpel:

Ist ausschließlich die Leistungserbringung geschuldet kann die Definition einer möglicherweise mangelhaften Beratung nur schwer erfolgen. Tritt nach der Beratung ein Schaden für den Auftraggeber auf regelt der Werkvertrag hingegen einen konkreten Erfolg. Dadurch steht nicht nur der Erfolg selbst fest, sondern auch die Definition der Beratungsleistung. Damit lässt sich leichter aufzeigen ob und in welcher Höhe die Beratung für den aufgetretenen Schaden „schuldig“ ist.

Unterschiede und Abgrenzungen des Beratungsvertrags

Nicht nur Werk- und Dienstvertrag lassen sich im Beratungsvertrag voneinander abgrenzen. Auch vier konkrete Ansätze sorgen im Beratungsvertrag für Unterschiede:

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  1. Beim Content-based consulting stellt der Berater eigenes Wissen bereit oder generiert neues Wissen im Rahmen seiner Beratung. Dieser Ansatz lohnt sich vor allem in neuen Projekten, die spezifisches Wissen erfordern.
  2. Das Experience-based consulting ist die Bereitstellung von bereits vorhandenem Wissen des Beraters. Dies bietet sich zum Beispiel an, wenn man ein bestehendes Projekt oder System erweitern möchte.
  3. Beim Arbitration-based consulting erfolgt ein Blickwechsel. Der Berater sichert hier eine objektive Betrachtung, die aus emotionalen Gründen beim Auftraggeber fehlt.
  4. Das Process-based consulting ist eine Moderation durch den Berater. Als neutraler Moderator ermöglicht der Berater dadurch das Vorantreiben von Veränderungsprozessen. Eine Moderation bietet sich vor allem an, wenn innerhalb einer Gruppe zu große Differenzen bestehen oder die Gespräche und Überlegungen festgefahren sind.

Abhängig vom Beratungsansatz können die Verträge individuell gestaltet sein. Beispielsweise kann der geschuldete Erfolg beim Experience-based Consulting die Konzeption und Entwicklung einer Systemerweiterung sein. Der Erfolg kann dabei die Fertigstellung des Konzepts sein, das konkrete Inhalte vorsehen muss. Beim Process-based Consulting hingegen kann der Erfolg lediglich in der Moderation selbst liegen, die der Berater an bestimmten Terminen führt.

Warum der Beratungsvertrag vorteilhaft ist

Schließt man als Berater einen einfachen Dienstvertrag ab, schuldet man nur die Leistung slebst. Dennoch können für den Auftraggeber fatale Folgen bei einer Fehlentscheidung auftreten, die aufgrund der Beratung getroffen wurden. Mithilfe eines Beratungsvertrags können Auftraggeber und Auftragnehmer im Werkvertrag konkrete Meilensteine und Ziele definieren, die im Rahmen der Beratung erfolgen sollen. Damit können sich beide Seiten in Hinblick auf mögliche Schäden besser absichern und schützen.

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