Bewerbungstipps [3]: Das Anschreiben

Wer die Herausforderung im neuen Job sucht, kommt auch an einem Anschreiben nicht vorbei. Damit das Anschreiben zum Erfolg wird gibt es ein paar hilfreiche Tricks. Teil 3 der Beitragsreihe für die Bewerbungstipps setzt sich mit den konkreten Inhalten des Anschreibens auseinander. Neben dem „richtigen Anfang“ geht es allerdings auch um Tipps zu Stil und Aufbau …

Das gelungene Anschreiben

„Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Position…“ oder „mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen …“ Bitte nicht! Niemals! Kein Personaler, der etwas auf sich hält, wird jetzt noch weiterlesen. Man wird ausgesiebt, bevor man überhaupt „Vorstellungsgespräch“ sagen kann. Diese völlig kreativlosen Standardfloskeln sind einfach so hartnäckig, dass sie immer wieder auf dem Schreibtisch oder am PC der Personalabteilungen landen. Warum? Es gibt so viele bessere Möglichkeiten.

Der erste Eindruck zählt!

Bereits vor der eigentlichen Anrede im Anschreiben kann man einiges falsch machen. Gewiefte Personaler fangen nicht an zu lesen, sondern schauen mit geschultem Auge auf das gesamte Anschreiben. Wie sieht der Briefkopf aus? Wie ist das Adressfeld gestaltet? Wirkt das Schreiben gedrungen und mangels Masse auseinandergezogen?
Steht in der Stellenausschreibung explizit ein Ansprechpartner genannt, sollte dieser auch im Anschreiben angesprochen werden. Also nicht „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern „Sehr geehrte Frau Müller-Schulze“. Aber auch wenn kein Ansprechpartner genannt ist, hinterlässt es einen guten Eindruck, den richtigen Ansprechpartner zu identifizieren. Man kann im Netz suchen oder einfach beim Unternehmen anrufen, wer der zuständige Ansprechpartner ist. Ein „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirklich nur im Notfall.

Der erste Satz im Anschreiben ist immer der schwierigste

Da der erste Satz im Anschreiben der schwierigste ist, sollte man darauf ein besonderes Gewicht legen. Der erste Satz darf den Personaler ruhig aufwecken oder besser noch, neugierig auf mehr machen. Als Türöffner am besten geeignet sind Telefonate, die im Vorwege stattgefunden haben oder Freunde und Bekannte, die bereits im Unternehmen arbeiten. Ist beides nicht der Fall, heißt es kreativ sein. Hier ein Beispiel für einen gelungenen Einstiegssatz: „Sehr geehrter Herr Wennafeldt-Dannschreidter, Herausforderungen bei Projekten unterschiedlicher Branchen zu meistern, Probleme zu erkennen und eine optimale Lösung zu finden – diese Aspekte reizen mich besonders an der neuen Aufgabe als Unternehmensberater.“

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Der Stil im Anschreiben

Dynamisch, direkt und verständlich lautet die Zauberformel. Keine Phrasen und kein Lamentieren. Es sollten keine Abkürzungen oder Fachbegriffe verwendet werden, die nichts direkt mit der Stelle zu tun haben.
Eine fehlerfreie Gestaltung ist selbstverständlich. Linksbündig, seriöse Schrift wie Arial oder Verdana in Schriftgröße 10-12 und Absätze sind ebenso wichtig.

Der richtige Aufbau vom Anschreiben

Was den Aufbau des Anschreibens betrifft, hat sich hier über die Jahre hinweg die sogenannte „Sie-Ich-Wir-Formel“ bewährt:

  • Sie: Neben Informationen darüber weshalb man sich ausgerechnet auf dieses Unternehmen und diese Stelle interessiert gilt es vor allem, eine zentrale Frage zu klären: Warum passt das Unternehmen zu mir als Bewerber?
  • Ich: Eigene Berufserfahrung und (branchenspezifische) Kenntnisse bekommen hier ihren Schauplatz. Konkrete fragen sollten damit beantwortet sein: Wer bin ich? Was kann ich? Was möchte ich? Worin liegen meine Stärken?
  • Wir: Zusammenführung von „Sie“ und „Ich“! Was hier klar hervorgehen sollte sind die Vorteile, die sich durch eine Zusammenarbeit ergeben. Nicht nur für den Bewerber, sondern auch für das Unternehmen. Kurzum: Die Herausarbeitung der Win-win-Situation!

Foto: © Martina Brunow Fotografie

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