[32 SSW] Mein Urlaub vor dem Mutterschutz

Am Dienstag, 17.01.2017 war mein erster Urlaubstag vor dem Mutterschutz in der 32 SSW. Und Schwups, landete ich direkt in der gynäkologischen Notaufnahme vom Krankenhaus. Warum bin ich überhaupt hier und was habe ich alles erlebt? Das erfährst Du hier!

Zu Beginn meiner 32 SSW …

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Mein Babybauch in der 32 SSW

Es ist Dienstagmorgen, der 17.01.2017. Verschlafen greife ich nach dem Wecker und stelle das nervtötende Surren ab. Doch mit einem Mal bin ich hellwach. Ganz bewusst schleicht sich der Gedanke in meinen Kopf: Heute ist mein erster Urlaubstag. Anschließend geht es in den Mutterschutz – und danach in Elternzeit. Gut gelaunt schlängle ich mich aus dem Bett, richte mich im Bad und suche meine Sachen zusammen für den Termin bei der Osteopathie. Danach möchte ich mich noch mit Brezeln und Berlinern im Büro verabschieden, denn dafür hatte es gestern leider nicht mehr gereicht.

Voll bepackt mit vielen Leckereien schlendere ich vom Parkhaus ins Büro. Doch plötzlich fährt mir ein gemeiner Schmerz in den Rücken. Die Schmerzen werden heftiger, steigern sich geradezu in Rage. Bis ich am Arbeitsplatz ankomme, hat sich mein Kreislauf verabschiedet. Heute sehe ich das Ersthelferzimmer zum ersten Mal von innen. Meine Kollegin begleitet mich dort hin und informiert meinen Chef. Ich hingegen lege mich auf die Pritsche und schlafe ein. Eine Stunde später gehe ich zurück zu meinem Arbeitsplatz. Mein Rücken schmerzt noch immer und in meinem Kopf hämmert es wild. Ich setze mich auf meinen Bürostuhl.

Dann wird mir übel. Kotzübel! Ich springe zur Toilette und hänge noch gerade rechtzeitig meinen Kopf über die Schüssel. Mein Baby findet das gar nicht lustig und drückt sich gegen meinen Bauch. Ich streichle meine Wölbung am Bauch und rapple mich auf. Tapfer stapfe ich zurück zu meinem Schreibtisch und rufe ein Taxi, das mich nach Hause bringen soll. Ich will nur noch in mein Bett!

 

Krankenhaus Nr. 1: Es geht nach Böblingen!

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Mein Kollege legt ein Veto ein. Weil mein Mann im Skiurlaub ist und erst am Samstag zurückkommt, fährt mich mein Kollege direkt ins Krankenhaus von Böblingen. Hier ist die Frauenklinik – und hier möchte ich in nur noch wenigen Wochen meine Tochter zur Welt bringen. Und in der SSW 7 war ich hier auch schon einmal in der Notaufnahme. Daher ist mir das Umfeld auch bereits ein wenig bekannt.

Schnell erreichen wir das Krankenhaus und mein Kollege übernimmt für mich die Anmeldung und „checkt mich ein“. Während er sich für mich um ein bisschen Papierkram kümmert, versorgen mich eine Ärztin und eine Krankenschwester. Endlich bekomme ich etwas gegen die Schmerzen, muss aber direkt schon wieder brechen. Nachdem ich einigermaßen stabil bin, schaut die Ärztin nach dem Baby. Laut CTG ist alles in Ordnung mit der Räuber-Prinzessin – und ich bin sehr beruhigt! Schnell ist klar, dass ich auch die Nacht im Krankenhaus verbringen werde und informiere meine Mama, die mir am Nachmittag aus meiner Wohnung Kleidung und Hygieneartikel vorbeibringt.

Im Laufe des Mittags erfahren die Ärzte über meinen Mutterpass – und von mir persönlich, dass ich eine AVM (arteriovenöse Malformation) an der linken Gehirnhälfte habe. Das sind viele Gefäße, die keine Funktion haben. Eine Fehlbildung sozusagen, von der ich allerdings bereits schon seit circa 8 Jahren weiß – und weshalb es bei mir keine natürliche Geburt geben kann (bei mir ist der geplante Kaiserschnitt angesagt, damit im Kopf nichts platzt).

Eine beunruhigende Diagnose sorgt für Wirbel

Wegen der AVM Info veranlasste der Arzt direkt ein MRT. Neben einem leichten Bandscheibenvorfall war etwas Beunruhigendes zu sehen: Eine leichte Blutung in meinem Hirn! Nachdem aus gynäkologischer Sicht alles mit mir in Ordnung ist und es dem Baby gut geht, veranlasst das Böblinger Krankenhaus eine Verlegung nach Sindelfingen. Die Krankenhäuser befinden sich nämlich im Klinikverbund Südwest. Und während Böblingen über die Gynäkologie und Kinderklinik verfügt, haben die Sindelfinger eine Neurologie. Und dort sehen mich die Ärzte für besser aufgehoben.

Mein Aufenthalt in der Stroke Unit in Sindelfingen

Am Mittwoch gegen 23:30 Uhr checke ich per Krankentransport in Sindelfingen ein und werde  zur Stroke Unit gebracht – auf die Intensivstation für Schlaganfälle. Ich hänge am EKG und per Infusion erhalte ich Paracetamol gegen die hämmernden Kopfschmerzen. Ständig werde ich gefragt, ob es irgendwo kribbelt. Dann endlich falle ich in einen leichten unruhigen Schlaf.

Die Tage in Sindelfingen streichen vorüber. Frühstück, Mittag- und Abendessen gibt es im 10-Bett-Zimmer. Hier kommen auch laufend neue Notfälle rein, die einen Schlaganfall hinter sich haben. Außer den Kopfschmerzen fühle ich mich gut – ich komme mir fehl am Platz vor!

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Am Donnerstag bricht mein Mann seinen Skiurlaub ab und macht sich direkt auf den Weg zu mir. Auch wenn ich ganz tapfer bin freue ich mich doch sehr, dass er bald bei mir ist! Noch am späten Abend werde ich  vom 10-Bett-Zimmer in ein 3-Bett-Zimmer zu zwei älteren Damen verlegt. Ich freue mich, dass ich endlich mal wieder eine halbwegs ruhige Nacht erlebe!

Zu früh gefreut …

Am nächsten Morgen gegen 8:00 Uhr ist die Freude schon wieder vorbei: Ich komme zurück in das 10-Bett-Zimmer, weil eine andere Patientin Theater macht, nicht in dem großen Raum bleiben zu wollen (da sind nämlich fast nur Männer drin – und sie schläft nicht bei so vielen Männern im Zimmer). Innerlich verfluche ich die Frau und lasse mich zähneknirschend zurück auf die Intensivstation fahren. Gegen 23:00 Uhr ziehe ich schon wieder um. Diesmal in ein Zweibett-Zimmer, in dem außer mir (noch) niemand liegt. Ich freue mich auf eine sehr, sehr ruhige Nacht und falle in einen tiefen und festen Schlaf!

Am Samstag bekomme ich eine neue Zimmernachbarin. Nach einer kurzen und netten Unterhaltung stellt sich heraus, dass die Dame die Schwiegermutter von meiner Hebamme ist (die ich leider noch nicht kenne). Klein ist die Welt! Es ist mein letzter Abend in der 32 SSW. So aufregend hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. 32 SSW – und im Krankenhaus bekannt wie ein bunter Hund.

Wochenwechsel: Von der 32 SSW in die SSW 33

Am Sonntag bin ich nicht mehr in der 32 SSW, sondern in der 33 SSW. Zur Nacht bekomme ich über die Infusion ein stärkeres Schmerzmittel. Laut Gynäkologie darf ich das zwei Mal am Tag einnehmen. Die Neurologen und ich entscheiden jedoch, dass ich es ausschließlich und maximal einmal täglich nehme – und dann auch nur zur Nacht. Schließlich wollen wir das Baby nicht unnötig zu dröhnen!

Am Montag kommt mein Kopf unter den Ultraschall, der meine Durchblutung misst. Die Neurologen sind sichtlich nervös. Sie haben Angst, dass meine Gefäße weiter verengen und ich einen Schlaganfall bekomme.

Krankenhaus Nr. 3: Von Sindelfingen nach Stuttgart

Es ist Dienstag, der 24.01.2017. Eine Woche Krankenhaus liegt nun hinter mir – und die nächste Verlegung steht an. Gegen 18 Uhr komme ich nach Stuttgart ins Katharinenhospital. Hier gibt es nicht nur eine Gynäkologie, sondern auch eine Neurochirurgie. Für den Worst Case sehen mich alle lieber in einem Krankenhaus, in dem alle Spezialisten durch nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Und schon wieder liege ich auf der Stroke Unit im Mehrbett-Zimmer. Die meisten Schlaganfallpatienten hier sind ruhig und friedlich. Nur eine Patientin scheint mir leicht verrückt zu sein. Eine alte Frau, die mich dauernd besuchen möchte oder stiften gehen möchte. Die Pfleger stoßen spürbar an ihre Grenzen und fangen die Frau immer wieder ein. Na das kann ja mal eine Nacht werden …!

Am Mittwoch schaut endlich wieder jemand nach der Räuber-Prinzessin. Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall und CTG sehen gut aus. Und ich bekomme einen Termin: Am 06.03. soll meine Tochter hier per Kaiserschnitt zur Welt kommen – sie wird also eine Stuttgarterin!

Ab auf die Normalstation!

Am Donnerstag darf ich schon wieder umziehen. Diesmal geht´s ins Zweibett-Zimmer. Eine sehr gesprächige ältere Dame empfängt mich gut gelaunt und splitterfasernackt. Ich erfahre, dass sie ursprünglich aus Rumänien kommt, eine Zeit lang in München lebte und dass sie das Leben liebt. Mittags wird die Dame zur OP abgeholt. Irgendetwas lief aber nicht ganz glatt. Denn nachdem die Dame von der Narkose wach ist, kann sie ihre linke Seite kaum bewegen. Kurz darauf wird die Dame umgezogen. Sie muss intensiv überwacht werden – und ich habe wieder eine Nacht alleine vor mir.

Am Freitag bekomme ich wieder eine neue Zimmernachbarin – eine Italienerin, mit der ich mich gut verstehe. Sind also doch nicht nur Verrückte in der Neuro unterwegs!

Mein letzter Abend in der SSW 33

Morgen ist schon wieder Wochenwechsel und ich komme von der SSW 33 in die SSW 34. Heute habe ich erfahren, dass ich am Montag vielleicht wieder zurück nach Sindelfingen verlegt werde. Das erfahre ich aber erst am Montagmorgen. Ich hoffe ja, dass ich bald nach Hause darf. Am Dienstag sind es nämlich bereits zwei Wochen – und ich sehne mich nach meinem eigenen Bett! Immerhin hat mir mein Mann heute auch den Laptop ins Krankenhaus gebracht, sodass ich – endlich – meinen Zwischenbericht über den Krankenhausmarathon auf den Blog stellen kann. Ich hoffe, dass ich das Update und den Erfahrungsbericht aus der SSW 34 dann schon wieder von daheim aus verfassen und online stellen kann!

10 Wochen Babybauch

10 Wochen Babybauch - 22 SSW bis 32 SSW

10 Wochen Babybauch – 22 SSW bis 32 SSW

Einen schönen Vergleich habe ich auch noch festgehalten: 10 Wochen Babybauch – von SSW 22 bis SSW 32 habe ich alle zwei Wochen ein Foto geknipst. Hier sieht man schön, wie der Bauch gewachsen ist … Und damit verabschiede ich mich für heute

2 Comments

  • Mira Mondstein Januar 30, 2017 at 9:33 am

    Hey, du machst ja heftige Sachen durch:-( Oh jee, ich wünsche dir, dass alles gut geht und du schnell nach Hause kommst.
    Ich lag selbst die letzten sechs Monate der Ss im Krankenhaus, allerdings auf einer normalen Station, und nur wegen der Übelkeit… Ich hielt damals das schon für schlimm^^ Ach mensch, drücke dir alle Daumen:-)
    LG
    Mira

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    • Anjulie Januar 30, 2017 at 5:43 pm

      6 Monate? Ich dreh schon fast nach „nur“ zwei Wochen durch…! Und danke fürs Daumendrücken – das hilft bestimmt 🙂

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